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Das Internet ist in den meisten Lebensbereiche kaum noch wegzudenken. Daher taucht immer wieder die Frage auf, welches Anstellungsverhältnis besser ist? Eine Festanstellung oder Freelancing? Von Wojciech Dziedzic…

Zwischen Befürwortern der beiden Gruppen gibt es eine ziemlich große Anzahl von Leuten, die sich nicht entscheiden können, welches Anstellungsverhältnis für sie besser ist.

Manche würden vielleicht in die eine oder andere Richtung wechseln, sind sich aber nicht sicher, ob solch eine Entscheidung richtig wäre. Im Folgenden werden einige Vor- und Nachteile sowohl der Festanstellung als auch der Freiberuflichkeit aufgelistet.

Bezahlter Urlaub

Deutsche Angestellte haben durchschnittlich Anspruch auf 29 Tage Urlaub im Jahr. Sie dürfen diese Tage meistens frei planen, jedoch kann es vorkommen, dass der Vorgesetzte den Urlaubsantrag ablehnt, wenn die freien Tage in einem für das Unternehmen wichtigen Moment (zum Beispiel Ende des Monats in einem Lohnbüro und die damit verbundenen Monatsabrechnungen) geplant wurden.

Ein Freiberufler entschiedet selbst, wie viele Urlaubstage er im Jahr hat und wann der Urlaub stattfinden sollte. Natürlich gibt es auch in diesem Fall keine komplette Freiheit, weil man zum Beispiel meistens bevor dem Abschluss eines Projekts für den Auftraggeber nicht wegfahren darf. Manchmal hat man auch insgesamt weniger als die 29 Tage Urlaub im Jahr, wenn man an einem größeren Projekt arbeitet. Das kann dann aber im nächsten Jahr ausgeglichen oder nachgeholt werden.

Rechner von der Firma

Ein Angestellter braucht sich eigentlich um die Büroeinrichtung nicht kümmern. Er bekommt meistens einen Computer (Büroarbeit ohne Rechner ist heute kaum vorstellbar) und die zur Arbeit benötigte Software, sowie einen Schreibtisch, Stuhl und alles was man noch braucht, zur Verfügung gestellt. Ein Freelancer dagegen muss alles selbst zu Hause einrichten oder eine Mitgliedschaft in einem der vielen Coworking-Spaces buchen.

Einen Rechner oder eine Software kann man dann als Gewerbekosten anrechnen lassen und die Rückgabe der Mehrwertsteuer beantragen, aber zuerst muss man das Bargeld auslegen.

Versicherung und Sonderleistungen

Freiberufler müssen selbst eine Versicherung abschließen. Sehr empfehlenswert ist auch eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung, die den Freelancer im Fall einer Krankheit oder anderen Bedingungen schützt, die das Ausüben des Berufs und damit den Verdienst des Lebensunterhalts unmöglich machen. „Ein Angestellter braucht sich eigentlich um keine Versicherungen kümmern, die mit seinem Beruf verbunden sind.“

Sicherheit trotz(t) Auftragsbuch

Viele sind der Meinung, dass das Leben des Freelancers eine ewige Suche nach Projekten ist. Das stimmt nicht ganz. Man muss sich schon um weitere Aufträge kümmern, aber seit einiger Zeit hat sich der Prozess sehr vereinfacht, indem viele Projektplattformen entstanden sind, die Experten wie Programmierern, Webdesignern, Übersetzern, IT- und SEO-Experten und vielen mehr eine innovative Lösung bieten.

Jeder registrierte Nutzer muss nicht mehr stundenlang das Internet durchsuchen, sondern bekommt Vorschläge von Projekten zugeschickt, die zu seinen Skills passen. Das bedeutet natürlich nicht, dass man die ganze Zeit neue Aufträge hat, verkürzt aber den Suchprozess wesentlich.

„Krise, überall Krise…“

Ein Angestellter kann auch nicht immer sicher sein, dass er seinen Job nicht verliert, vor allem heutzutage während der überall herrschenden finanziellen Krise und den ständig neuen Stellenkürzungen bei vielen Unternehmen. Das betrifft nicht nur die kleinen Betriebe sondern auch große Unternehmen, wie man vor einiger Zeit am Beispiel von Schlecker gesehen hat.

Verhältnis zum Chef, nicht immer leicht

Angestgellte haben einen Vorgesetzten, der nicht immer die sympathischste Person der Welt ist. Trotzdem muss man den Anweisungen folgen, sich manchmal (in manchen Fällen sogar oft) bittere Kritik anhören und ab und zu Aufgaben erfüllen, deren Wichtigkeit bzw. Richtigkeit man bezweifelt.

Ein Freelancer dagegen ist sein eigener Chef. Natürlich hat er während des Projekts einen Auftraggeber, der auch gewisse Wünsche hat und seine Kritik äußern darf, jedoch kann man als Freelancer selbst wählen, mit wem man arbeitet und wessen Aufträge lieber nicht angenommen werden.

Der soziale Aspekt

Als Angestellter hat man in der Regel einige oder mehrere Kollegen im Büro, mit denen man sich kurz während der Arbeitszeit oder auch länger während einer Kaffe- oder Mittagspause unterhalten kann. Diese Möglichkeit hat ein Freelancer nicht, wenn er von zu Hause aus arbeitet.

Aber für die, die in Coworking-Spaces ihren Arbeitstag verbringen sieht es ähnlich wie für Angestellte aus. Sie können sich mit anderen Freelancern unterhalten, Erfahrungen austauschen und Neuigkeiten aus der Branche erfahren.

Fazit

Es ist schwer zu entscheiden, welche Anstellungsart besser ist. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, obwohl alle Marktforschungen einen wesentlichen Anstieg in der Gruppe der Freelancer aufweisen. Das ist natürlich teilweise mit der finanziellen Krise und den damit verbundenen Stellenkürzungen zu verbinden, jedoch gibt es auch viele, die mit einer 5-Tage-40-Stunden-Woche gelangweilt sind und sich weiter als Freelancer beweisen wollen.

Vor allem in Branchen wie Programmierung, Webdesign, Übersetzungen und in den sogenannten freien Berufen wie Schauspieler, Künstler und Journalisten ist die Anzahl der Freelancer wesentlich größer als in anderen Bereichen.

Gleichbedeutend mit dem „freien“ oder „freischaffenden“ Mitarbeiter wird auch der Begriff „Freelancer“ oder „Honorarkraft“ verwendet. Herkömmlich üblich ist er vor allem in den Berufsgruppen der Gastronomie, des Verkehrsgewerbes, der Werbung und Medien im weitesten Sinne, vor allem im künstlerischen und kulturellen Bereich, zunehmend aber auch in technischen Berufen.

Über den Autor: Wojciech Dziedzic arbeitet als Projektmanager bei twago, einer Vermittlungsplattform zwischen Freelancern und Unternehmen.

Artikelbild: Kinga/ Shutterstock

5 Kommentare

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  2. Hallo,

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Könntest du mir sagen von welchen Projektplattformen Du hier sprichst? Würde mich interessieren ob ich die schon alle kenne.

    „aber seit einiger Zeit hat sich der Prozess sehr vereinfacht, indem viele Projektplattformen entstanden sind, die Experten wie Programmierern, Webdesignern, Übersetzern, IT- und SEO-Experten und vielen mehr eine innovative Lösung bieten.“

    herzliche Grüße
    Anna

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