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Business Schools sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Im Vergleich zu klassischen, staatlichen Universitäten versprechen sie eine intensivere Betreuung, mehr Praxisbezug und ein gutes Professor-Studenten-Verhältnis. Vor allem aber ein gut gefülltes Adressbuch. Ein Beispiel aus London…

Ob die European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel, die WHU in Vallendar oder das Managementzentrum in St. Gallen. Business Schools gibt es viele, vor allem im englischsprachigen Ausland. Da steht London neben New York, Boston und San Francisco an erster Stelle, unweit vom europäischen Festland entfernt.

Die London Business School, laut Rankings eine der weltweit besten Business Schools in einem globalen Finanzzentrum, bietet neben Vorlesungen vor allem eins: Kontakte zur Finanzwirtschaft. Damit man sich im Job später aber nicht blamiert, lernen die Studierenden den richtigen Umgang mit Finanzen. Und wie sie bessere Entscheidungen für ihre Unternehmen treffen.

Das London Business School’s Accelerated Development Programme, kurz ADP, soll Führungskräfte weiterentwickeln, welche die Schulbank bereits schon einmal gedrückt haben. Das Ziel: Weg vom Expertenposten hin zur Managementrolle, wenn man es nach 15 Jahren im Berufsleben noch nicht gelernt hat.

Teilnehmer aus aller Welt

Die Teilnehmer lernen mit international tätigen Managern. Das wichtigste für die Zeit später: Sie werden Teil des Alumni Netzwerks der London Business School, einer aktiven Gruppe mit über 30.000 Mitgliedern. Im Klassenzimmer sitzen dieses Jahr 26 Nationalitäten aus 24 Ländern.

„Selbstbewusstsein“

„Die Dichte des Programms ermöglicht den Teilnehmern eine starke Bande mit Gleichgesinnten zu knüpfen und sich dadurch auch ein gesteigertes Selbstbewusstsein für die persönlichen Entscheidungen zu holen“, so der Werbeprospekt.

Der Aufbau des Programms ermöglicht den Teilnehmern kurzzeitig aus ihrem Arbeitsalltag auszusteigen und über ihre Aufgaben nachzudenken. Im Klassenzimmer sollen neue Arbeitskonzepte entwickelt und getestet werden, so die Veranstalter. Mit den neugewonnenen Erkenntnissen geht es danach für die Managertypen zurück in den Alltag.

Kontakte zu den Fortune 500

Die Themen: Führungsqualitäten, Strategie, Innovation, strategische Entscheidungsführung, Werteinschätzung der Kunden und Organisation. Und diese Inhalte werden von Köpfen aus der Industrie vermittelt, die teilweise globale Organisationen und Regierungen beraten. Die reichsten Firmen, gelistet in den Fortune 500, haben hier ohnehin ihren Standort.

Im Vergleich zu MBA-Studiengängen bietet das ADP die Gelegenheit, die Karriere im Management zu beschleunigen. Ohne gleich ein bis zwei Jahre nochmal die Schulbank zu drücken – und viel Geld, oft fünfstellige Summen auszugeben?

Die Motivation für so ein Business-School-Programm kann ganz unterschiedlich sein: Einige wurden erst kürzlich befördert, gehören zu den Top Talenten und möchten ein paar Wissenslücken schließen. Andere blicken schon etwas weiter, suchen neue Perspektiven und Führungsqualitäten.

Über den Autor: Jan Thomas Otte hat bereits einige (private) Business Schools besucht, allerdings meist nur als Journalist auf Recherche. Als Student besuchte er aber zwei Mal das Symposium in St. Gallen.

Artikelbild: wavebreakmedia/ Shutterstock

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Jan Thomas Otte ist chronisch neugierig. So studierte er Theologie - der Weg zum Pfarrer, machte eine Journalistenausbildung und dann zog es ihn in die weite Welt, ins Geschäft einer internationalen Beraterfirma. 2010 gründete er diese "Karriere-Einsichten"...

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