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Die Bundeswehr hat massiven Stellenabbau angekündigt. Wie gehen Mitarbeiter mit so einer Kündigung um? Und als Zulieferer wie Blumen-Verkäufer oder Imbissbuden-Besitzer? Wie man (vielleicht gerade wegen) Krise und Karriere-Knick neue beruflichen Chancen entdeckt, sagt uns Ursula Maria Lang…

[dropcap]D[/dropcap]ie Entlassungswelle bei der Deutschen Bundeswehr stellt Soldaten vor eine große Frage: Was beruflich machen ? Sofern sie nicht versetzt werden, müssen sie jetzt einen neuen Arbeitsplatz finden. Doch sollte kann man nicht aus der Not eine Tugend machen.

Mit Hilfe von Berufungsberatern finden Menschen Ihre Talente und Stärken heraus, die weit über die beruflichen Kernkompetenzen hinaus reichen können. Und überdies was ihnen Spass und Freude macht, sie beruflich motiviert. Daraus entsteht die sogenannte „Berufung“, also der Job der mir Spass macht, entweder beim neuen Arbeitgeber oder sogar als Selbstständiger. Auch staatliche Stellen geben Hilfen!

65.000 abgebaute Stellen, davon allein 20.000 gestrichene Dienstposten in Bayern. Sie sprechen von Chancen?

Der Verlust eines Arbeitsplatzes ist für jeden Menschen mit einer Krise verbunden. Das was man sich Jahre oder gar Jahrzehnte lang aufgebaut habe, bricht plötzlich weg und stürzt einen in die wirtschaftliche Unsicherheit. Soziale Kontakte brechen ab, das ge-wohnte Leben fällt auseinander.

Nicht hingegen die beruflichen und sozialen Kompetenzen, die man sich in dieser Zeit angeeignet hat. Diese können gut in andere berufliche Bereiche integriert werden. Gerade bei Berufssoldaten sind dies breit gefächerte Kompetenzen, die anders genutzt in der Gesellschaft gut gebraucht werden können.

Von welchen beruflichen Kompetenzen sprechen Sie denn?

Nun ja, das Aufgaben-Spektrum der Bundeswehr ist wesentlich breiter, als man sich das landläufig denkt. In Offizierslaufbahnen erhalten die Berufssoldaten umfangreiche Führungskompetenzen wie Manager aus der freien Wirtschaft, dazu insbesondere strategische Kompetenzen sowie die Fähigkeit auszubilden.

In den Einzelbereichen gibt es viele spezielle Fachkenntnisse aus zivilen Berufen, angefangen mit dem Bereich Flug- und Fahrzeugtechnik, über die ärztlich medizinischen Berufe des Sanitätsdienstes, bis hin zu den Geo-Informationsdiensten. Allen Bundeswehr-Mitarbeitern ist sicher eine besondere Teamkompetenz zu eigen, im speziellen die Netzwerk-Zentrierung. Fähigkeiten die in heutiger Zeit eine besondere Rolle spielen.

Welche Perspektiven haben dann ausscheidende Berufssoldaten ?

Zunächst einmal finde ich wichtig, die innere Perspektive zu wechseln. Mit der Konzentration auf seine beruflichen Stärken, anstelle alleine auf den Arbeitsplatz-Verlust, ändert man seinen Fokus auf beruflichen Erfolg. Dazu ist es wichtig, einen genauen Überblick über seine beruflich nutzbaren Stärken, Kernkompetenzen und Talente zu erhalten.

Denn die Talente gehen über die beruflichen Kernkompetenzen hinaus und können ebenfalls beruflich genutzt werden. Wichtig dabei ist auch die Berücksichtigung der beruflichen Motivation, sprich das, wofür man sich interessiert und engagieren möchte. Daraus wird im Anschluss das neue Berufsbild entwickelt.

Wie läuft der Einstieg in einen neuen Beruf dann ab?

Die Bundeswehr selber bietet ausscheidenden Zeitsoldaten im Rahmen ihres „Berufsförderungsdienst der Bundeswehr (BFD)“ zahlreiche Weiterbildung und Trainingsmaßnahmen sowie eine Stellenbörse an. Hier ist das Ergebnis der Berufungsberatung eine sehr wertvolle Grundlage, d.h. zu wissen, in welchem Berufsfeld man künftig die besten Chancen hat.

Mit dieser Basis kann man natürlich auch zur Bundesagentur für Arbeit oder zu anderen Personalvermittlern gehen. Sehr sinnvoll und effektiv ist auch die so genannte Initiativbewerbung, die wir im Rahmen der Berufungsberatung erarbeiten.

Durch die nun vorhandene Selbstsicherheit bzgl. seiner eigenen Kompetenzen und beruflichen Motivation haben solche Bewerbungen hohe Erfolgsquoten. Ausserdem gibt es die Möglichkeit der Existenzgründung. Hier können über die IHK, die KfW-Bank, das IFB; die RKW´s und BA Förder-Coachings für Existenzgründer (Vorgründungs-, und Nachgründungs-Coachings beantragt werden.

Welche Motivation möchten Sie ausscheidenden Soldaten mitgeben?

Habt den Mut, aus dieser Krise eine Chance zu machen! Denn nach dem Motto: „Erfolg mit dem, was ich gut kann!“ werdet ihr sicher schon bald wieder einen neuen Arbeitsplatz haben. Dazu können die folgenden Fragen an sich selbst dienen:

Welche Talente und beruflichen Kernkompetenzen habe ich? Wie kann ich diese beruflich nutzen? Was macht mir Spaß und motiviert mich beruflich ? Wie kann ich meine Stärken weiter ausbauen?

Sichtweise! Jan Thomas Otte ist Gründer dieser „Karriere-Einsichten“, will auch die Schattenseiten des Berufslebens beleuchten. Und so Menschen Mut machen…

Artikelbild: © NN/ Ursula Maria Lang

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