Die IU Internationale Hochschule hat ein Studienformat speziell für die „Generation Corona“ entwickelt: myStudium. Wir haben mit Yannic Müller, verantwortlich für das neue Studienformat, darüber gesprochen, wie das Studium nach Corona aussehen wird – und wie sich der aktuelle Abi-Jahrgang am besten auf ein erfolgreiches Berufsleben vorbereiten kann.

Karriere-Einsichten: Was braucht die Generation Corona, wenn sie nach über einem Jahr Pandemie die Schule verlässt?

Yannic Müller: Die Generation, die jetzt Abitur macht, ist mit grenzenloser Mobilität aufgewachsen: In den Ferien ging es zum Beispiel ans Mittelmeer oder noch weiter weg. Die Jugendlichen sind außerdem in einem digitalen Alltag mit WhatsApp und Instagram groß geworden. Gleichzeitig ist diese Generation aber geprägt von der Corona-Krise mit ihren extremen Auswirkungen, besonders auf die Schulen.

„Inhalte und Formate, Orte und Zeiten vom Studium möglichst frei aussuchen“

Wir haben über 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene dazu befragt, was sie sich heute von ihrem Studium wünschen – auch aufgrund ihrer Erfahrungen mit der Pandemie. Dabei haben sich zwei auf den ersten Blick widersprüchliche Kernbedürfnisse herauskristallisiert: Flexibilität und Struktur. Die heutigen Schulabgänger:innen wollen Inhalte und Formate, Orte und Zeiten ihres Studiums möglichst frei aussuchen und wechseln können. Zugleich wünschen sie sich einen zuverlässigen Rahmen, Kontakt zu anderen Studierenden und bei Bedarf persönliche Betreuung und Unterstützung.

Yannic Müller im Gespräch (Foto: Privat/ NN)

Karriere-Einsichten: Wie stark hat Corona das Studieren bereits verändert? Was läuft gut, was läuft nicht, was wird sich ändern?

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Yannic Müller: Corona hat unsere Gesellschaft zwei bis drei Jahre in die digitale Zukunft katapultiert. Für viele Bildungsanbieter ist das eine große Herausforderung. Für unsere Studierenden sind Lernplattformen, Lern-Apps, Videokonferenzen, Podcasts, digitale Tutorien und Online-Prüfungen bereits Alltag. Die digitalen Formate haben sich während der Pandemie bewährt: Unsere aktuelle Trendstudie zeigt, dass 96 Prozent der Studierenden in Deutschland, die sich für ein digitales Studienformat entschieden haben, im Pandemiejahr 2020 mit ihrem Studium zufrieden waren. Das ist sogar noch ein Prozentpunkt mehr als 2019.

Karriere-Einsichten: Werden wir also in Zukunft nur noch digital studieren? 

Yannic Müller: Klar ist: das digitale Lernen, in verschiedenen Mischformen mit Präsenzveranstaltungen, wird in Zukunft noch wichtiger werden.  Moderne digitale Lehr- und Lernformate ermöglichen selbstbestimmtes Studieren und passen damit perfekt in unsere Zeit. Vor allem aber werden Mischformen immer beliebter werden: Campus- und Online-Lernen nach Lust, Laune und aktueller Lebenslage frei kombiniert. 

Karriere-Einsichten: Noch herrscht viel Unsicherheit zur weiteren Entwicklung der Pandemie: Wie kann ich heute erfolgreich studieren und Spaß dabei haben – mit oder ohne weitere Pandemiewellen?

Yannic Müller: Wir wissen, dass die Generation Corona sich für ihr Studium viel Sicherheit wünscht: funktionierende Bildungsstrukturen. Gleichzeitig wollen die heutigen Abiturientinnen und Abiturienten sehr viel Flexibilität. Kein Wunder – sie haben erlebt, dass sich Umstände jederzeit radikal ändern können. Daher haben wir myStudium entwickelt: Das ist ein neues Studienformat, das den einfachen Wechsel zwischen Campus-Veranstaltungen und virtuellen Veranstaltungen ermöglicht, ergänzt durch flexibles E-Learning. Diese Kombination ist deutschlandweit einzigartig und startet im Wintersemester zunächst an drei Standorten in Hamburg, Berlin und Köln.

Karriere-Einsichten: Wie unterscheidet sich dieses Studium vom klassischen Studium?

Yannic Müller: myStudium bietet bekannte und gefragte Fächer wie BWL, Psychologie und Mediendesign – aber mit einer ganz neuen Kombination aus drei Elementen, die zusammen die heute nötige Flexibilität für die Studierenden schaffen.  Zum einen sind dies klassische Lehrveranstaltungen, Seminare und Tutorien auf dem Campus. Parallel bieten wir als Alternative zu den klassischen Veranstaltungen gemeinsame digitale Lehrveranstaltungen am virtuellen Campus. So können die Studierenden sicher sein, dass alle Veranstaltungen unabhängig von der Corona-Pandemie-Situation planmäßig stattfinden. Das dritte Element bilden Lernformate zur freien Zeiteinteilung wie Videos, interaktive Skripte und Learn-Apps. Zusätzlich bekommen die Studierende die persönliche Unterstützung einer privaten Hochschule: kleine Lerngruppen, individuelles Coaching, Dozenten und Dozentinnen aus der. 

Karriere-Einsichten: Bedeutet das, dass sich myStudium auch während des Studiums anpasst – z.B. an den Auszug von daheim, an eine persönliche Neuorientierung oder auch an eine neue Corona-Welle?

Yannic Müller: Richtig: Die herausragende Flexibilität und damit Anpassungsfähigkeit von myStudium beruht auch auf den zahlreichen Wahlmöglichkeiten während des Studiums. So können die Studierenden für jeden einzelnen Kurs zwischen Standort-Campus und virtuellem Campus wählen und wechseln. Sie können pro Semester den Standort ändern, zum Beispiel erst bei den Eltern wohnen und am virtuellen Campus studieren, dann in die Stadt ziehen und an den Standort wechseln.

Problemlösungskompetenz gefragt

Karriere-Einsichten: Wie können sich die heutigen Abiturienten auf Studium und Karrierestart vorbereiten?

Yannic Müller: Den Abiturjahrgang 21 hat eine einmalige Erfahrung geprägt: Wie keine andere Generation haben die Jugendlichen sich in kürzester Zeit an eine neue Situation angepasst, neue Technologien genutzt um zu lernen und um ihren Abschluss zu machen. Diese Offenheit für neue Lösungen, gepaart mit der hohen Problemlösungskompetenz, zeichnet diesen Jahrgang aus. Ich empfehle allen Abiturientinnen und Abiturienten, sich Studiengänge und Formate auszusuchen, in denen sie diese wichtigen digitalen Erfahrungen einbringen und ausbauen können. Ein guter Indikator dafür ist der Umgang mit der Corona-Situation: Fragt eure zukünftige Hochschule oder euren zukünftigen Arbeitgeber ganz konkret: Was haben Sie aus Corona gelernt? Was hat sich seither geändert? Welche Tools haben sich bewährt?

Überragendes Zukunftsthema: Künstliche Intelligenz

Karriere-Einsichten: Welche neuen Studienfächer bieten mir heute die besten Chancen?

Yannic Müller: Die besten Berufschancen bieten Studiengänge, die die Studierenden auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorbereiten. Darum starten wir myStudium mit beliebten und zukunftsträchtigen Fächern wie Soziale Arbeit, Psychologie, Mediendesign, Informatik, Marketing und BWL. Bei Weiterentwicklung unseres Studienangebots legt die IU Internationale Hochschule einen Schwerpunkt auf Zukunftsthemen wie AI/ Künstliche Intelligenz, Data Science, Coding oder Growthhacking.

Karriere-Einsichten: Und wie wird sich das Studi-Leben verändern? Wie sieht es aus mit Studierenden, die bald im dritten Semester komplett digital studieren und immer noch zu Hause bei Mama wohnen?

Yannic Müller: Stimmt, so mancher Umzug ins erste WG-Zimmer wurde wegen Corona verschoben. Aber das sollte nicht die Wahl des Fachs oder Studienorts beeinflussen. Deswegen sind die neuen Studienmodelle so flexibel – sie funktionieren am Campus, von zu Hause oder auch von unterwegs, wenn Reisen wieder problemlos möglich sind. Und klar, auch das Studentenleben verändert sich. Aber der soziale Austausch bleibt ein wesentlicher Faktor für persönliche und soziale Erfolge.

Verschwunden ist aber die Grenze zwischen digitaler und „physischer“ Welt.  Die Generation Corona experimentiert mit neuen Formaten und schafft so neue Möglichkeiten: Unsere Studierenden treffen sich zum Online-Tutorium, stellen sich in der WG per Skype vor, verabreden sich mit WhatsApp zum Bier draußen im Park – und stoßen dann per Zoom mit Kommiliton:innen in Kapstadt an!

Artikelbild: Ollyy/ Shutterstock