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Design Thinking bringt frischen Wind in alte Strukturen. Nur, wie passt man sich dem Entwicklungstempo unserer digitalisierten Welt an? Wie entwickelt man zeitgemäße Produkte und Services, die Kundenbedürfnissen gerecht werden? Wie löst man in unserer von Schnelligkeit geprägten Welt komplexe Probleme nachhaltig und effektiv und bleibt dabei mutig gegenüber neuen Herausforderungen? Design Thinking bringt Antworten auf diese Fragen. Pauline Tonhauser, Gründerin der DesignThinkingCoach Academy, geht ihnen nach…

Design Thinking. Obwohl der Begriff Design Thinking für einige noch Neuland ist, ist er aus vielen Unternehmen, Organisationen und Bildungseinrichtungen gar nicht mehr wegzudenken. Tag für Tag gewinnt er hierzulande und auch global an Popularität. Zunächst wollen wir den Begriff einmal in seine einzelnen Komponenten zerlegen

Ein innovativer, zielgerichteter Ansatz

“Design” kann man zunächst als ästhetische, konzeptionelle Gestaltung verstehen. Allerdings ist es noch mehr als das. Es geht um fachspezifische Arbeitsweisen von Designern bei der Entwicklung von konkreten und realisierbaren Produkten, Dienstleistungen und Systemen. Diese weisen für bestimmte Zielgruppen einen hohen Nutzen auf und sind somit bestens geeignet um auf die aktuellen Bedürfnisse der Menschen zu reagieren.

“Thinking” lässt schon ahnen, dass es sich hier um eine kognitive Strategie handelt. Ziel ist es, eine Frage zu lösen oder auch etwas Neues zu entwickeln. Es handelt sich genaugenommen um eine agile Innovationsmethode. Agil, weil sie flexibel ist und gegebenenfalls durch Feedback und Rückkopplung der einzelnen Arbeitsschritte Anpassungen vornimmt.

Viele Lösungsmöglichkeiten, stets den Menschen im Blick

Erstmal wollen wir uns mit der Frage beschäftigen, wo Design Thinking eigentlich herkommt: Einer der frühesten Vertreter des Design Thinking ist der Informatiker Terry Winograd – ein Professor an der Stanford University, Mitbegründer des Hasso Plattner Institute of Design (d-school) und Berater des Unternehmens Google. Schon in den 80ern begann er, sich im Rahmen der Erforschung der Mensch-Computer-Kommunikation und der Entwicklung von Software Engineering mit Design Thinking auseinanderzusetzen. 

Auch David Kelly darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben. Er ist Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO, welche an der Etablierung von Design Thinking maßgeblich mitgewirkt hat und es bis heute praktiziert.

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Schon in den 1920er Jahren verband Bauhaus-Gründer Walter Gropius in seinem Konzept Architektur, Kunst, Musik, Theater und Gestaltung. Damit erzielte er eine wesentlich höhere Bandbreite an Lösungsmöglichkeiten für komplexe Probleme. Dies ist auch wesentlicher Bestandteil von Design Thinking. Sowohl für Bauhaus, als auch für Design Thinking gilt: Im Fokus des Interesses steht immer das menschliche Leben. Das sorgt für zielgerichtete und anwendungsorientierte Ideen.

Erfolgsrezept: People, Place, Process

Für die Beantwortung der Frage, was Design Thinking nun eigentlich ist, gibt es je nach wissenschaftlichem oder praxisorierntiertem Bezug verschiedene Definitionen, was den Begriff sehr vielfältig macht. Einige Faktoren, auf denen der Erfolg des Design Thinking beruht, stehen dabei jedoch immer im Vordergrund:

  1. Starke Nutzer-, und Anwendungsorientierung: Auf Kundenbedürfnisse wird optimal eingegangen.
  2. Systematisches Vorgehen bei der Ideenfindung und genau so systematische Lösung komplexer Probleme.
  3. Verstärkung der Lösungskompetenz durch fachübergreifende, interdisziplinäre Zusammenarbeit.
  4. Diversität bei der Zusammenstellung des Teams: Durch verschiedene Geschlechter, Altersgruppen und soziale Hintergründe werden unterschiedliche Werte, Vorstellungen und Erfahrungen mit eingebracht. Teammitglieder können aneinander wachsen und ihr Reflexionsvermögen in der Zusammenarbeit stärken. 
  5. Iteratives Vorgehen: Schrittweise Annäherung an das Ziel oder die Lösung. Gegebenenfalls Rückkopplung der einzelnen Arbeitsschritte.
  6. Ergebnisoffenheit und Flexibilität: Ohne eine steife im Vorhinein aufgestellte Hypothese bleibt die Anpassungsfähigkeit erhalten.
  7. Inspirierende Arbeitsorte fördern die Ideenbildung: Die Gegebenheiten der Räumlichkeiten werden an die einzelnen Arbeitsschritte angepasst. Dazu dienen beispielsweise verschiedene Sitzmöglichkeiten oder unterschiedliche Möglichkeiten, Gedankenprozesse mittels verschiedener Materialien zu visualisieren.

Zusammenfassend ergeben sich daraus die drei Kernelemente des Design Thinking:

1. People (Expertise und Perspektive) 

2. Place (anregend und anpassbar) 

3. Process (methodisch und dynamisch) 

Praktische Anwendung: Benutzerorientierung, Simulation und Visualisierung

Mit dem Wissen darüber was Design Thinking auszeichnet und worin sich der Erfolg dieser Methode begründet, stellt sich jetzt natürlich die Frage, wie man das Ganze in der Praxis anwenden kann. Die Vorgehensweise beim Design Thinking zeichnet sich meist durch Benutzerorientierung, Simulation und Visualisierung aus.

Der Prozess ist forschend und verläuft iterativ. Welche Arbeitsschritte wiederholt werden müssen und wie häufig, ergibt sich dabei im Verlauf, da es sich um ein dynamisches, ergebnisoffenes Vorgehen handelt. Insgesamt besteht der Prozess aus sechs Schritten. Für jede Phase innerhalb des Prozesses gibt es je nach Anwendungsbereich (z.B. Marketing, Wissensmanagement, Prototypenentwurf) diverse Tools und vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten. Diese sind in folgendem Überblick über den Prozess beispielhaft aufgeführt:

Schritt 1: Verstehen

Zu Beginn steht die Definition. Als ganzes Team wird versucht, das Problem und die damit zusammenhängende Fragestellung so genau wie möglich zu verstehen. Dies erfolgt durch intensive Auseinandersetzung und Sammeln möglichst vieler Informationen. Das kann schon geschehen indem ganz simpel möglichst viel darüber gelesen wird. Doch auch hier sind der Kreativität bei der Informationsbeschaffung keine Grenzen gesetzt. Beispiele für Tools in diesem Schritt sind Mindmapping, semantische Analysen, Analogienbildung, oder Projektumfeldanalysen zur Identifizierung von Interessengruppen.

Schritt 2: Beobachten

Die vorangegangenen Analysen führen schließlich zum zweiten Schritt. Bei der Beobachtung werden meist Methoden aus den empirischen Sozialwissenschaften gewählt. Dazu gehören Interviews mit potenziellen Nutzer*innen und weiteren betroffenen Personengruppen. Weiterhin werden bei diesem Schritt Daten vor Ort und aus der Wirklichkeit systematisch gesammelt.  So wie das Beobachten potenzieller Nutzer bei Schlüsselaktivitäten, wie den Umgang mit einem Produkt oder der Lösung eines Problems.

Schritt 3: Sichtweise definieren

Nun geht es um die Zusammenführung der Ergebnisse aus den ersten beiden Schritten. Die wichtigsten Faktoren werden ausgewählt und hervorgehoben. Das kann die Fokussierung auf bestimmte Typen von Nutzern und Betroffenen zur Folge haben. 

Die gewonnenen Erkenntnisse werden dann in Form einer oder mehrerer Personas synthetisiert. Es handelt sich dabei um fiktive Profile von Personen, die eine Gruppe von Nutzern archetypisch repräsentieren und ihre Bedürfnisse im Bezug auf die initiale Fragestellung wiederspiegeln. Aber auch das Anfertigen einer sogenannten Empathy Map, um eine Person und ihr Handeln auf emotionaler Ebene tiefer zu verstehen, gehört dazu. 

Die User Journey bezeichnet einer weitere Methode, bei der die einzelnen Etappen einer Persona entlang eines Prozesses erfasst werden. Auch die Point-of-View Methode ist hier sehr nützlich, etwa um Probleme und Situationen genauer zu umreißen und auf einen bestimmten Standpunkt zu beziehen. Diese Synthesearbeit in Schritt 3 schafft die Voraussetzung, um im nächsten Schritt passende Lösungen für spezifische Bedürfnisse zu generieren. 

Schritt 4: Ideen finden

Dies ist die erste Phase im Lösungsraum, wo es um konkrete Ideenentwicklung geht. Zuerst wird eine Vielzahl an Ideen entwickelt und gesammelt. Dies kann mittels klassischem Brainstorming oder weiteren, inspirierenden Kreativitätstechniken geschehen. Diese helfen beispielweise Perspektivwechsel vorzunehmen oder aktuelle Trends einzubeziehen. Wenn eine breite Auswahl an Ideen entstanden ist, geht es weiter in die Ideenbewertung und Selektion. Drei Grundfragen können hier den Blickwinkel erweitern: 

1. Welche ist die radikalste Idee? 

2. Welche ist die am leichtesten umsetzbare Idee? 

3. Welche Idee hat den größten Hebel? 

Schritt 5: Prototypen entwickeln

Einige der zuvor entwickelten Ideen werden nun zu konkreteren Konzepten in Form von physischen Prototypen und weiterentwickelt. Vor allem Methoden wie Paper Prototyping, Rollenspiele, 3D-Modelle aus Lego oder Storytelling dienen der Visualisierung. Im späteren Verlauf des entwicklungsprozesses können auch komplexere Prototypen mit 3D- Software oder Mockup-Programmen für digitale Lösungsideen entstehen. 

Schritt 6: Testen

Der letzte Schritt ist erreicht: Jetzt werden die Prototypen an der zuvor definierten Zielgruppe getestet. Hierbei geht es darum, das Verständnis für die potentiellen Nutzer und die Problemstellung zu erweitern und durch Feedback die Lösung zu verifizieren und zu verfeinern. Da es sich um einen iterativen Prozess handelt, kann auch ein Rückgriff auf einen zurückliegenden Schritt notwendig werden. Die Nutzerzentrierte Arbeitsweise des Design Thinking und die fest integrierten Feedbackschleifen ermöglichen einen effizienten und ressourcenschonenden Lernzyklus. Scheitern im Prozess wird als Lernschleife begriffen, die dem Team wichtige neue Erkenntnisse bringt.

Design Thinking bringt frischen Wind

Abschließend lässt sich sagen, dass es sich bei Design Thinking nicht nur um eine Technik handelt um Probleme zu lösen, sondern um eine Einstellung, die sich auf das ganze Leben anwenden lässt. Durch die Verbindung der verschiedensten Kompetenzen und einen inspirierenden und erquickenden Rahmen, werden ungeahnte Möglichkeiten erschaffen. Es befähigt Menschen Marktbedürfnisse schneller zu erkennen und darauf zu reagieren.

Sie lernen zu handeln und etwas zu verändern anstatt an alten Strukturen festzuhalten. Design Thinking schafft den Wandel, den Organisationen brauchen um die digitale Transformation zu vollziehen. Doch das ist noch nicht alles. Es führt Menschen auch zu ihrer Kreativität und ermöglicht es ihnen Chancen und Lösungen statt Probleme zu sehen. Denn Design Thinking ist nicht einfach nur eine Methode. Es ist auch eine Philosophie. Es ist Denkweise, Methode und Prozess zugleich.

Design Thinking weltweit

Der Erfolg von Design Thinking zeigt sich auch darin, dass mittlerweile an zahlreichen Bildungseinrichtungen Kurse zu diesem Thema angeboten werden. Doch nicht nur das. Es haben sich bereits ganze Institute herausgebildet, die ausschließlich Design Thinking unterrichten. Ebenso ist Design Thinking fester Bestandteil von (Master-)studiengängen renommierter Universitäten, die sich mit Innovation beschäftigen. Rund um den Globus ist es möglich, ein Studium damit zu verbinden.

Das Design Thinking Angebot reicht von Deutschland über Österreich bis hin zu Amerika oder Russland. Unternehmen allerorts bieten Workshops an, um andere Unternehmen oder Privatpersonen beim Erlernen dieser Arbeitsweise zu unterstützen. Die Anwendungsbereiche reichen vom Zoo Hannover bis hin zur Bank of America. Tag für Tag gewinnt Design Thinking an Popularität und immer mehr Menschen und Organisationen entdecken die Methode für sich.

Über die Autorin: Pauline Tonhauser ist CEO und Gründerin der DesignThinkingCoach Academy. Schon seit über fünf Jahren vermittelt sie Design Thinking zusammen mit ihrem Team und bildet die nächste Generation von Design Thinking Coaches aus. So hat sie nicht nur schon zahlreiche Menschen zu ihren kreativen und innovativen Gedanken geführt, sondern sie dabei auch auf dem Weg in ein erfolgreicheres Leben mit mehr Freiheit und Selbstbestimmung begleitet und sie dazu ermutigt einen Wandel im Unternehmen zu vollziehen.

Artikelbild: baranq/ Shutterstock

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