Praktika. Die perfekte Gelegenheit, um die ersten Schritte in der Arbeitswelt zurückzulegen. Da im deutschen Bildungssystem bereits frühzeitig die Weichen für die Zukunft unserer Kinder gestellt werden, kommen diese meistens bereits noch vor der Volljährigkeit mit dem Begriff Praktikum in Berührung.

Diese ersten Praktika dienen natürlich nur dazu, überhaupt erst einmal herauszufinden, in welche Richtung es denn nach dem erfolgreichen Verlassen der Schule gehen soll. Dabei spielen Faktoren wie individuelle Interessen und natürlich auch der erreichte Schulabschluss eine Rolle. Spielt man beispielsweise gerne gratis Slots und beendet die Schullaufbahn mit einer technischen Hochschul- oder Fachhochschulreife, dann bietet sich eine Karriere im Softwarebereich geradezu an. 

Leider kommt auch ein erstes Pflichtpraktikum mit allem, was in der Arbeitswelt dazugehört. Man sammelt hierbei also nicht nur die erste Arbeitserfahrung, sondern macht auch erste Erfahrungen mit Dingen wie dem Verfassen eines Anschreibens, eines Lebenslaufes und auch ein Bewerbungsgespräch gehört zu diesem Verfahren dazu.

Es spielt jedoch keine Rolle, ob man das allererste Bewerbungsgespräch seines Lebens vor sich hat, oder bereits über einschlägige Erfahrungen mit einem Bewerbungsverfahren verfügt, man kann nie vorbereitet genug sein. Damit Sie nicht in beliebte Fettnäpfchen treten und aus Unwissenheit Fehler begehen, die Sie Ihren Praktikumsplatz kosten, haben wir Ihnen diesen Ratgeber mit zehn Tipps erstellt, wie Sie das Bewerbungsgespräch spielend meistern. 

1. Bleiben Sie authentisch 

Böse Überraschungen können beide Seiten erleben. Bewerber können sich als ausgebeuteter Praktikant wiederfinden und Arbeitgeber jemanden einstellen, der durch seine Charaktereigenschaften so ganz und gar nicht ins Team oder zu den Tätigkeiten der Stelle passt. Solch ein Missverständnis lässt sich allerdings verhindern, und zwar indem man sich im Bewerbungsgespräch nicht verstellt. 

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Damit meinen wir nichts anderes, als anstelle irgendwelche nichtssagenden Phrasen aus Büchern auswendig zu lernen oder auf Fragen mit genau diesen immer gleich klingenden Aussagen zu antworten, im Bewerbungsgespräch spontan und natürlich aufzutreten. Schließlich ist Ihr gegenüber Profi und erkennt sofort, ob er auf einen Satz aus einem Ratgeber trifft, den er schon unzählige Male gehört hat, oder er eine natürliche Antwort zu hören bekommt.

2. An die Kleidung denken

Eigentlich handelt es sich bei diesem Tipp um eine Selbstverständlichkeit und vermutlich haben Sie gerade unverständlich den Kopf geschüttelt. Glauben Sie uns jedoch, wenn wir sagen, dass der falsche Griff in den Kleiderschrank öfter zum Aus führt, als man glauben möchte. Schließlich sind nicht alle Arbeitsbereiche so klar definiert wie es bei Banken, Versicherungen oder im Handwerk der Fall ist. 

Es gibt zahlreiche Berufe, wo es durchaus zu Missverständnissen bei der Kleiderwahl kommen kann. Deshalb sollten man sich unbedingt vor dem anstehenden Bewerbungsgespräch über die Unternehmenskultur einschließlich des Kleidungsstils der Mitarbeiter informieren. 

3. Informieren Sie sich über Ihren potenziellen Arbeitgeber 

Es gibt Fragen, die man kaum vorhersehen kann und dann gibt es da noch Fragen, die so sicher gestellt werden, wie das Amen während der Messe gesprochen wird. Zur letztgenannten Kategorie gehört die Frage, was man über das Unternehmen oder sogar die Abteilung weiß. 

Seien Sie sich jedoch bewusst, dass diese Frage eine Standardfrage ist, die darüber entscheidet, ob Sie den Praktikumsplatz erhalten oder nicht. Jemand, der es nicht für nötig hält sich über das Unternehmen zu informieren, wird an dieser Stelle sofort aussortiert. 

4. Kennen Sie ihren Lebenslauf 

Denken Sie daran, dass der Personaler Ihren Lebenslauf vor sich liegen hat und diesen bereits kennt. Er wird daher an einer oder mehreren Stellen des Gespräches auf die ein oder andere Passage aus Ihrem Lebenslauf verweisen und um weitere Informationen oder Beispiele zu Tätigkeiten oder gemachten Erfahrungen bitten. 

Auf derartige Fragen muss man natürlich antworten können, wer hier ein überraschtes Gesicht macht, der wird garantiert leer ausgehen. Zudem mag es vielleicht Punkte in Ihrem Lebenslauf geben, welche mit Sicherheit eine Frage aufwerfen, dazu gehören etwa Lücken im Berufsleben. 

5. Seien Sie sich über Ihre Stärken und Schwächen bewusst 

Auch diese Frage wird garantiert immer in einem Bewerbungsgespräch aufkommen. Personaler möchten wissen, wie es um Ihre Ehrlichkeit Ihre Kritikfähigkeit steht. Bei dieser Frage ist daher unbedingt etwas Kreativität gefragt, denn die Stärke des Perfektionismus und die Schwäche der Ungeduld haben Personaler bereits hunderte Male gehört.

Im Zweifelsfall können Sie Ihre Freunde oder Familienmitglieder nach Ihren Stärken und Schwächen fragen und scheuen Sie auch sich nicht davor, etwas Humor ins Spiel zu bringen. 

6. Die Sache mit der Pünktlichkeit 

Nirgendwo trifft die alte Weisheit aus dem Volksmund „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ derart zu, wie in einem Bewerbungsgespräch. Erscheint ein Bewerber nicht zum vereinbarten Zeitpunkt, dann ist er garantiert raus aus dem Rennen. 

Planen Sie daher sorgfältig Ihre Anreise und planen Sie auf jeden Fall ein paar Extraminuten ein. Es kann außerdem nie Schaden, die Strecke bereits einmal zurückgelegt zu haben. 

7. Überlegen Sie sich Ihre Fragen im Vorfeld 

Spätestens gegen Ende des Gesprächs ist es so weit, nun wird Ihnen das Wort erteilt. Man wird Sie direkt fragen, ob Sie noch Fragen anden potenziellen Arbeitgeber haben. 

Den schlimmsten Fehler macht man an dieser Stelle, indem man einfach mit Nein (mangelndes Interesse) antwortet. Stellen Sie deshalb Fragen, welche von Interesse zeugen! 

8. Bleiben Sie ruhig 

Dass Sie sich in einer ungewohnten und evtl. sogar unangenehmen Position befinden, weiß auch Ihr gegenüber. Er oder sie ist sich zudem bewusst, dass Sie dadurch einem nicht unerheblichen Maß an Stress ausgesetzt sind. 

Trotz alledem sollten Sie Ihre Nerven so weit im Griff haben, dass ein aktives Gespräch zustande kommen kann. 

9. Denken Sie an alles 

Seien Sie auf jedes noch so unwahrscheinliches Ereignis vorbereitet. Bringen Sie ein zweites Hemd mit, für den Fall, dass Sie während der Anreise im Hochsommer ins Schwitzen geraten. 

Vergessen Sie nicht, Schreibunterlagen mitzubringen. Sich Notizen zu machen, kann für die abschließende Fragerunde Ihrerseits unheimlich nützlich sein. 

10. Denken Sie an Ihre Körpersprache

Nicht alles, was wir unserem Gegenüber mitteilen, erzählen wir ihm. Mit Gesten oder einem Gesichtsausdruck sagen wir oftmals sogar mehr als mit unseren Worten, nur leider ist unsere Körpersprache völlig normal für uns. 

Gerne übersehen wir deshalb, dass wir mit einer für uns alltäglichen Geste bei einem Gesprächspartner, der uns nicht kennt, ein Alarmsignal hervorrufen. Glücklicherweise lässt sich die Körpersprache üben und genau das sollte man auch unbedingt machen.

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