Für viele Menschen ist die Selbstständigkeit das A und O. Doch nicht jeder kann gleich nach der Ausbildung damit starten. Viele werden aus der Berufstätigkeit oder auch aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig. Doch eine Existenzgründung ist für den potenziellen Unternehmer mit einer ganzen Reihe von Fragen verbunden…

Gibt es überhaupt den richtigen Zeitpunkt – sowohl auf privater als auch beruflicher Ebene? Welche Zeitpunkte eignen sich besonders gut für die Planungs- und Startphase? Sollte man nebenberuflich oder gleich direkt komplett einsteigen? Was gilt es rund um die Planung der Selbstständigkeit zu berücksichtigen? Dieser Beitrag gibt wertvolle Tipps.

Als Arbeitsloser selbstständig machen – so funktioniert es

Für viele Start Ups ist paradoxerweise die Arbeitslosigkeit eine Art Initialzündung. Denn der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters kann für einen Arbeitslosen attraktive Perspektiven mit sich bringen. Es lohnt sich für alle, die durch die Kenntnisse aus ihrem Beruf auch eine lohnenswerte Selbstständigkeit umsetzen können. Wichtig ist es, dass sich auch anderes für die Selbstständigkeit relevantes Wissen beigebracht wird.

Dazu zählen unter anderem:

  • Buchführung
  • Personalwesen
  • Marketing
  • EDV

Sich als Angestellter selbstständig machen

Auch Arbeitnehmer mit einem festen Job haben nicht selten den Plan, ihr eigener Chef zu werden. Dies ist nicht selten mit einer ausgedehnten Reflexion verbunden, ob dies wirklich die richtige Entscheidung ist. Dabei gilt es, sowohl den privaten als auch den beruflichen und natürlich auch den finanziellen Aspekt eines solchen Projekts in die Planung und die Entscheidung für eine Selbstständigkeit zu integrieren.

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Das Private: Macht der Partner mit?

In vielen Seminaren zur Existenzgründung wird ein Thema diskutiert, mit dem die Teilnehmer nicht unbedingt gerechnet hätten: Spielt der Partner beim Plan der Existenzgründung mit oder ist er dagegen? Denn die Unterstützung innerhalb der Familie ist das A und O. Nicht umsonst wird das Wortspiel benutzt, dass man als Unternehmern „selbst und ständig“ sei.

„…schwierig, sein Start Up zu beginnen, wenn ein Baby unterwegs ist oder ein Haus gebaut wird“

Insbesondere in den ersten Jahren ist Urlaub spärlich gesät. Auch regelmäßige Arbeitszeiten sind eine Seltenheit. Es ist das A und O, dass der Partner dies toleriert. Natürlich ist es auch schwierig, sein Start Up zu beginnen, wenn ein Baby unterwegs ist oder ein Haus gebaut wird.

Das Berufliche: Welche Karriereaussichten sind möglich?

Die Motivation für die Selbstständigkeit im beruflichen Kontext ist ebenfalls genau zu überprüfen. Das gilt dann besonders, wenn für das eigene Unternehmen der feste Job gekündigt werden soll. Zum einen ist exakt zu checken, ob die Kompetenzen für die Selbstständigkeit auch wirklich da sind. Zum anderen ist es relevant, die positiven Aspekte für die eigene Karriere genau unter die Lupe zu nehmen. Auch die Schlüsselqualifikationen – Beharrlichkeit, Durchsetzungsstärke und Motiviertheit – sind zu kontrollieren.

Das Finanzielle: Ein Start Up kostet!

Bei fast jedem Start Up ist damit zu rechnen, dass man zunächst eine ganze Menge Investitionen zu leisten hat – und gleichzeitig ein Minus in der Kasse hat, da der Kundenstamm erst generiert wird. Natürlich ist es möglich, ein Darlehen bei der Bank zu beantragen. Doch die Finanzprofis werden auch prüfen, ob die Quote des Eigenkapitals hoch genug ist, damit ein Darlehen eine gute Basis hat.

Der Businessplan, der auch bei vielen Förderungen eine Basis für die Leistung ist, sollte für jeden neuen Unternehmer das A und O sein. Er hat mit einer Rentabilitätsvorschau verknüpft zu sein und sollte von einem Experten kontrolliert werden, ob auch alles wirklich plausibel dargestellt und umsetzbar ist.

Sorgfältig planen ist wichtig

Bis zu einem Jahr sollte ein Start Up durchschnittlich geplant sein. Die Planungsphase ist auch davon abhängig, was für ein Unternehmen gestartet werden soll. Manchmal wird der Betrieb ehemaligen Chefs inklusive der Ausstattung übernommen. Andere haben erst die Investitionen in die Infrastruktur ihres Start Ups zu leisten. Bei einer Selbstständigkeit, die aus einem aktuellen Job heraus geplant ist, sind selbstverständlich auch die Kündigungsfristen zu beachten.

Zudem sollte auch berücksichtigt werden, dass die Bearbeitungsdauer bei Banken und Behörden einzuplanen ist. Auch die Werbung darf nicht vernachlässigt werden. Ein Beispiel dafür ist die Website, die mit dem Start des Unternehmens ebenfalls online sein sollte. Heute ist sie die unverzichtbare virtuelle Visitenkarte im Netz. Auch steuerrelevante Tatsachen – etwa die Wahl der Rechtsform – sollte unbedingt exakt reflektiert werden.

Förderungen nutzen

Eine fundierte Basis für jedes Start Up sind die Finanzen. Es gibt in diesem Zusammenhang eine ganze Reihe von Förderungen, bei denen Bund und Länder die Selbstständigkeit unterstützen. Sie sollten genau verglichen werden – die Konditionen sind unterschiedlich strukturiert. Die passgenaue Auswahl ist also ratsam. Zudem sollte auch die Hausbank vom Start Up bald in Kenntnis gesetzt werden. Denn meist ist sie es, über die die Förderung abgewickelt wird.

Artikelbild: Benevolente82/ Shutterstock