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Jogi Löw fand das Spiel gegen Polen verbesserungswürdig. Und schickt das „seinen Jungs“ mal eben via WhatsApp rüber. Die deutsche Nationalmannschaft kommuniziert mittlerweile mit ihrem Chef über den Nachrichtendienst. Viele andere schicken ebenso Kurznachrichten hin und her, arbeitsbedingt. Aber aufgepasst: Es gibt Spielregeln. Julia Bergner hat die wichtigsten zusammengefasst…

WhatsApp ist als Kurzmitteilungsdienstleister mittlerweile fest etabliert in der Arbeitswelt. Der Gebrauch des Instant-Messaging-Service hat durchaus Vorteile:

Die Idee, die einem beim Sonntagsspaziergang kommt, ist via WhatsApp schnell versendet und geht nicht beim anschließenden Grillen im heimischen Garten zwischen Steaks und Bratwürsten wieder verloren. Der kranke Kollege kann sich durch die Fotos von der verpassten Präsentation, die wir über den Dienst verschicken, auf dem Laufenden halten.

„Anderer Kanal, sonst wie im Alltag“

Aber man kann auch in eine ganze Reihe Fallen tappen. Deshalb hier eine kleine Gebrauchsanweisung, damit die Kommunikation mit den Vorgesetzten und Mitarbeitern fachlich sauber und professionell bleibt:

Hauptsache professionell

  1. Bei Facebook sind wir inzwischen fast alle mit unseren Kollegen, dem unmittelbaren Vorgesetzten oder sogar dem obersten Boss befreundet. Wir wissen, wie wir sie in Gruppen schieben, denen gewisse Partyfotos oder Posts verborgen bleiben. Auch bei WhatsApp kann man (bei Apple relativ einfach, bei Android mit einem gewissen Aufwand) die Funktion „war zuletzt online um …“ ausschalten. Schließlich braucht unser Chef nicht unbedingt zu wissen, dass wir die letzte Nacht bis halb zwei mit unserer besten Freundin gechattet haben.
  2. Die gleiche Funktion ist auch dienlich bei der Frage: Bis wann muss ich die Anfragen meiner Vorgesetzten beantworten? Grundsätzlich haben wir natürlich eine vorgegebene Arbeitszeit. Sollte sich der Boss danach noch melden, liegt es im eigenen Ermessen, ob die Beantwortung der Nachricht noch dringlich ist. Entscheidest Du dich für „Nein“ und der Boss hat aber den zweiten Haken hinter seinem Satz gesehen, könnte das unter Umständen kein gutes Licht auf Dich werfen.
  3. Die automatische Worterkennung ist eine tolle Erfindung. Leider errät sie nicht immer sofort den Begriff, den wir meinen. Auch die Groß- und Kleinschreibung will überprüft werden. Auf die Schnelle vergessen wir oft, dass man Nomen groß schreibt. Deshalb (auch wenn’s billig klingt): Vor dem Abschicken immer die Rechtschreibung checken!
  4. Unser Chef ist nicht unser Freund. Auch wenn wir mit ihm vertraut sind, uns eventuell sogar duzen: Die meisten Leitungspersönlichkeiten in deutschen Firmen legen laut Umfragen Wert auf Etikette. Eine Nachricht an den Boss via WhatsApp beginnt mit korrekter Anrede und schliesst mit einer Abschlussformel, wie die Email im Büro.
  5. WhatsApp kennt über 350 verschiedene Smileys – auch Emoticons genannt. Du kennst bestimmt auch die Nutzer, die mit den kleinen Gesichtern nur so um sich schmeißen – oder Du bist selber einer von ihnen. In der Kommunikation mit Arbeitskollegen und Chefs empfiehlt es sich allerdings, die Finger von heulenden, lachenden oder Beifall klatschenden Fratzen zu lassen.
  6. Aus unserer privaten Nachrichtenversendung kennen wir das Gefühl: Er hat uns total missverstanden! Das haben wir um Himmels Willen doch gar nicht so gemeint! Deshalb solltest Du bei der Business-Verwendung von WhatsApp daran denken: Formuliere immer kurz, prägnant und absolut unmissverständlich. Nur reine Fakten transportieren. Dann kann am wenigsten schief gehen. So braucht man übrigens auch keine Smileys
  7. Der große Vorteil von WhatsApp: Man kann Fotos verschicken. Das große Problem: Nicht alles ist sinnvoll. Ein Foto von einer Präsentation für den kränkelnden Kollegen oder als Gedächtnisstütze – na klar. Ein Bild vom blühenden Rapsfeld, nachdem man die Eine-Million-Euro-Idee mitgeteilt hat – vielleicht dann eher doch nicht. Deshalb in aller Regel: Keine Schnapp-Schüsse versenden.

Artikelbild: g-stockstudio/ Shutterstock

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Julia Bernhard (geb. 1987, Bergner) ist Redakteurin bei der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Sie hat Neuere und Neueste Geschichte studiert und arbeitet derzeit berufsbegleitend an ihrer Dissertation an der Uni Marburg zum Thema: “Chadashoth Israel – die letzte deutschsprachige Tageszeitung in Israel”.

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