Wie wird sich die Künstliche Intelligenz (KI) künftig auf die Arbeitswelt auswirken? Dazu haben wir mit Professor Armin Grunwald gesprochen, Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag. Er hat ein Buch geschrieben über Menschen, die Maschinen unterliegen und wie wir den Trend jetzt noch steuern können…

Fakt ist, dass Digitalisierung, Industrie 4.0 und demnächst vielleicht Arbeitswelt 5.0 das tägliche Leben immer stärker beeinflussen. Für viele Arbeitnehmer wird das Thema Künstliche Intelligenz existenziell. Sie bangen um ihren Arbeitsplatz, da durch Robotik und neue Software viele Arbeitsplätze und ganze Berufszweige wegzubrechen drohen. Fach- und Führungskräfte stehen vor neuen Herausforderungen.

Möglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Bei den Diskussionen über Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt steht die Sorge um den Arbeitsplatz bei den meisten Arbeitnehmern an erster Stelle. In der Technikbranche eröffnet diese Entwicklung jedoch viele Chancen. In seinem auch bei Audible erhältlichen Buch „Der unterlegene Mensch“ weist Autor Armin Grunwald darauf hin, dass KI ein hohes Potential hat, wenn sie sinnvoll genutzt wird. Nicht nur Fachkenntnisse, sondern vor allem die Fähigkeiten von Menschen werden gefordert, um sich einzuarbeiten und zu spezialisieren.

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KI fördert die Herausbildung neuer Jobprofile, beispielsweise Datenanalysten, Datenwissenschaftler und Fachkräfte in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Mit der Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung können Arbeitnehmer die sich ergebenden Chancen sinnvoll nutzen. Auch Quereinsteiger, die lernbereit und aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien sind, haben gute Chancen.

Die Suche nach geeigneten Arbeitskräften wird für Arbeitgeber schwieriger. Personalverantwortliche und Arbeitgeber müssen auf die Bereitschaft zur Qualifizierung und auf die Erfahrungen der potentiellen Mitarbeiter vertrauen. Eine wichtige Rolle spielt die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Arbeitnehmer auf dem Weg zum langfristigen Erfolg.

Mögliche Bedrohungen und Probleme

Nicht alle Arbeitnehmer werden künftig von der Künstlichen Intelligenz profitieren. Verschiedene Berufe wie Bank- oder Versicherungskaufleute, Busfahrer, Verwaltungsangestellte oder Lageristen, aber auch ganze Branchen wie Lieferdienste könnten KI zum Opfer fallen. Auch Produktionsarbeiter, die gegenwärtig noch viele Arbeiten von Hand oder an der Maschine ausüben, wird es in der noch vorhandenen Zahl bald nicht mehr geben.

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„Bedingungsloses Grundeinkommen, die Lösung?“

Die Aufgaben werden durch Algorithmen, autonome Fahrzeuge und untereinander kommunizierende Roboter erledigt. Nicht alle diese Arbeitnehmer können zu Datenanalysten oder IT-Spezialisten umgeschult werden. Die Politik ist gefordert, um die Menschen, die durch KI künftig ihren Job verlieren, mit den geeigneten Mitteln aufzufangen. Eine solche Idee ist das von verschiedenen Parteien geforderte bedingungslose Grundeinkommen.

Prognosen für die Zukunft mit KI

Die Prognosen verschiedener Experten sind unterschiedlich. Start-up-Investor Frank Thelen, bekannt aus der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen, meint, dass die meisten Menschen in den kommenden Jahren ihren Job verlieren. Auch Studien von ING und der Oxford-Universität gehen davon aus, dass künftig viele Arbeitsplätze wegfallen werden. Diese Prognosen werden inzwischen von einigen Wissenschaftlern wieder korrigiert.

Diese Wissenschaftler prognostizieren, dass auf den Menschen nicht verzichtet werden kann, da er flexibler ist. Das Buch „Der unterlegene Mensch“ zeigt die realistischen Chancen auf. Der Autor weist darauf hin, dass KI neue Perspektiven eröffnet, wenn sie menschenfreundlich gestaltet wird.

Artikelbild: Peshkova/ Shutterstock