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Ole Bick und Felix Fastrich haben als Chairmen das EBS-Symposium organisiert – Thema dieses Jahr: Digitaler Darwinismus. Was Wirtschaftsethik für die Management-Youngsters bedeutet…

Sie studieren im dritten Semester „General Management“ an der EBS (European Business School) in Oestrich-Winkel, Ole Bick und Felix Fastrich. Wir haben die BWL-Studenten zum Thema Wirtschaftsethik interviewt.

Karriere-Einsichten: Was bedeutet Wirtschaftsethik für Sie als angehende Entscheider, zentral oder (wieder/immer noch) „nice to have“ als Haken am Curriculum?

Bick/ Fastrich: Die aktuelle Krise bei Volkswagen zeigt, welche Folgen mangelnde Ethik in der Wirtschaft für ein Unternehmen, deren Anteilseigner, Konsumenten, Beschäftigte und gar das Image des Siegels „Made in Germany“ haben kann.

Nachhaltige Denk- und Handlungsweise

Eine ethisch korrekte und nachhaltige Denk- und Handlungsweise hätte dieser Krise zumindest theoretisch vorbeugen bzw. diese gar verhindern können. Stattdessen scheinen Gier und der wohl wissentlich in Kauf genommene Gesetzesbruch die Leitlinien an zentralen Stellen gewesen zu sein, was letztlich zum Systemversagen geführt hat.

Karriere-Einsichten: Auch in anderen Bereichen müssen wir uns gesellschaftlich weiterentwickeln. Hin zu…

Bick/ Fastrich: … einer stärker ethisch geprägten Wirtschaft. Nicht zuletzt der Konsument fordert immer stärker nachhaltig fundierte, ethisch unanfechtbare Produkte, was die Wirtschaft auch aus Nachfragesicht zu ethisch einwandfreiem Handeln zwingt.

„Ethisch einwandfreies Handeln“

Gleichzeitig ist jedoch auch die Orientierung auf möglichst günstige Preise seitens der Konsumenten zu hinterfragen, welche eine entscheidende Maxime für Unternehmen bei der Suche nach noch effizienteren und mitunter unethischen Modellen der Produktion darstellt.

In Zukunft werden mitunter wir dafür verantwortlich sein, ähnliche Exzesse zu verhindern. Von daher ist Ethik in der Wirtschaft nicht nur ein einfacher Haken am Curriculum, sondern vielmehr ein zentraler Werteansatz allen Handelns.

Karriere-Einsichten: Sind Sie bereit, sich die ethische Seite der Ökonomie gleich- oder höherwertig anzueignen?

Bick/ Fastrich: In unserem Curriculum haben wir in jedem Semester mindestens eine Vorlesungsreihe zum Thema „Ethik in der Wirtschaft“, sei es aus einem praktischen Gesichtspunkt wie im Fach „Business & Society“ oder in eher theoretisch ausgerichteten Fächern wie z.B. Ethik.

Offene Wertediskussion

Dies zeigt, dass in unserer Generation eine offene Wertediskussion geführt wird, die über reines Profitdenken hinausgeht. Außerdem sind wir bereit, unser Bewusstsein dafür zu schärfen und uns für dieses Thema zu öffnen. Wir hoffen sehr, in unserem Berufsleben keine Entscheidung treffen zu müssen, die uns ethisch nicht in Ordnung erscheint.

Karriere-Einsichten: Auf welche Ressourcen greifen Sie zurück, wenn Sie vor einer (ethisch) schwierigen Entscheidung stehen?

Bick/ Fastrich: Unsere Eltern stellen weiterhin die größte Orientierungshilfe für uns dar. Auch die Diskussion mit anderen Kommilitonen oder mit Professoren ist wichtig. Am Ende des Tages sind wir aber selbst für unsere Entscheidungen verantwortlich, diese Verantwortung können und sollten wir an niemanden abgeben, sondern selbstbestimmt mit dieser umgehen.

Artikelbild: Rawpixel.com/ Shutterstock

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Jan Thomas Otte ist chronisch neugierig. So studierte er Theologie - der Weg zum Pfarrer, machte eine Journalistenausbildung und dann zog es ihn in die weite Welt, ins Geschäft einer internationalen Beraterfirma. 2010 gründete er diese "Karriere-Einsichten"...

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