Wer HR-affin ist und sich mit der Personalplanung auskennt, weiß welch schweres Unterfangen es ab einer gewissen Firmengröße ist, das Personal ausreichend und kosteneffizient einzusetzen. Kommen dann noch Leiharbeiter dazu, gibt es häufig Chaos, das großen Schaden für das Unternehmen herbeiführen kann…

Wer sich mit dem Thema Personalplanung und Personalmanagement auseinandersetzt, ist bestimmt schon über die Begriffe On-Site-Management und Master Vendor gestolpert. Falls nicht, dann sollten Sie sich mit diesen Begriffen unbedingt bekannt machen. Doch was bedeuten sie eigentlich und welchen Nutzen hat das Ganze? Wir wollen Ihnen hier kurz und übersichtlich erklären, was es mit diesen modernen Anglizismen auf sich hat und warum jeder Arbeitgeber die Begriffe kennen sollte. 

Was ist On-Site-Management? 

Beim Vor-Ort-Management von Leiharbeitskräften geht es darum, einen konkreten Ansprechpartner am Arbeitsort zu haben, der die geliehenen Arbeitskräfte von verschiedenen Dienstleistern koordiniert. Wer HR-affin ist und sich mit der Personalplanung auskennt, weiß welch schweres Unterfangen es ab einer gewissen Firmengröße ist, das Personal ausreichend und kosteneffizient einzusetzen. Kommen dann noch Leiharbeiter dazu, gibt es häufig Chaos, das großen Schaden für das Unternehmen herbeiführen kann. Um dies zu vermeiden, stellt man sich einen On-Site-Manager ein, der dafür sorgt, dass das geliehene Personal bestmöglich geplant und eingesetzt wird. Doch damit nicht genug: Das On-Site-Management umfasst auch das Ein- und Anlernen der Arbeitskräfte am Einsatzort, das Recruiting, sowie die laufende Motivation und Kommunikation mit den Human Ressources. 

Outsourcing der Personalabteilung

Bei On-Site-Management lagern sie also praktisch einen Teil Ihrer Personalabteilung aus und vergeben alle Aufgaben, die die Arbeitnehmerüberlassung betreffen, an einen externen Dienstleister. Die vielen Vorteile davon beschreiben wir später noch im Detail. Auch wenn Outsourcing oft negativ behaftet ist, holen Sie sich durch das On-Site-Management genau die Expertise ins Haus, die sie brauchen, ohne sie langfristig zu binden. Entsprechend erhalten Sie maximale Effizient zu flexiblen Konditionen. Im Endeffekt ist der On-Site-Manager nur für Sie am Einsatzort zuständig und ihr einziger Ansprechpartner, wenn es um die Planung und den Einsatz der Leiharbeiter in Ihrem Unternehmen geht.

Auch auf der rechtlichen Seite kann es schwierig werden, Leiharbeiter zu beschäftigen und die Einstellungen und Entlassungen In-House beaufsichtigen zu lassen. Ein entsprechend geschulter Spezialist kostet viel und muss auch eine Redundanz haben. Stellen Sie einen externen On-Site-Manager ein und beauftragen einen Dritten mit diesen Aufgaben können Sie sich stets darauf verlassen, dass die Planung und Steuerung der Leiharbeitskräfte reibungslos abläuft. 

Das Master-Vendor-Modell als game-changer

Als besondere Form des On-Site-Managements ist eine Unterform davon, das Master-Vendor-Modell, besonders nützlich für Firmen, die mit vielen verschiedenen Personaldienstleistern zusammenarbeiten. Dies kann schnell unübersichtlich werden und somit zum Chaos und schlechten Ergebnissen führen. Wer auf einen Master Vendor zurückfgreift, bekommt von dem bevorzugten Personaldienstleistungsunternehmen nicht nur Mitarbeiter für die Produktion oder andere Bereiche gestellt, sondern auch einen Verwalter für die Mitarbeiter aus dieser Personalverleihfirma, sowie allen anderen Dienstleistern von denen die Firma Personal bezieht. Der Master Vendor ist somit noch eine Stufe komplexer als das reine On-Site-Management.

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Somit ist er der Hauptlieferant für Personal beim Kunden, koordiniert aber gleichzeitig die Deckung des übrigen Bedarfs mit Leiharbeitskräften von anderen Dienstleistern. Es kann immer vorkommen, dass der Master Vendor nicht in allen Bereichen ausreichend oder ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung hat, um den Bedarf des Kunden aus eigenen Quellen vollständig zu decken. Hier greift der Master Vendor dann auf Personal aus anderen Quellen zurück, um stets die beste und effizienteste Personalplanung für den Kunden gewährleisten zu können. 

Vorteile von On-Site-Management und Master Vendor

Einige Vorteile liegen mehr als deutlich auf der Hand, wie zum Beispiel das vermeiden von personellen Engpässen und die Möglichkeit stets flexibel Personal auf und Abzubauen. Zusätzliche Vorteile der Modelle sind jedoch auch zum einen auf der rechtlichen Seite, da die Zeitarbeit starken gesetzlichen Auflagen untersteht, ist es immer gut diese von einem Experten regeln zu lassen. Wenn Sie sich vorstellen, was ein Rechtsstreit mit einem Mitarbeiter kosten kann, wenn aus Unwissen oder mangelnder Qualifikation in den eigenen Reihen, und wir alle wissen, wie schwer es ist HR-Spezialisten zu finden, ist ein On-Site-Manager oder bei höherer Komplexität sogar ein Master Vendor eine sichere und kostengünstige Lösung. Zudem stellen diese externen Spezialisten stets sicher, dass alle Leiharbeiter, die im Kundenbetrieb eingesetzt werden, gleich und richtig behandelt werden. Sie sind die Ansprechpartner der Zeitarbeitnehmer und auch des Kundenunternehmens und vermitteln zwischen beiden Seiten mit dem nötigen Fachwissen im Hintergrund.

„Master Vendor eine sichere und kostengünstige Lösung“

Auch zu Krisenzeiten und bei schwankenden Marktbedingungen kann der Kundenbetrieb durch das On-Site-Management und den Master Vendor problemlos auch auf die schwierigsten Situationen reagieren und schnell und unkompliziert auch größere Mengen an Personal auf- und abbauen. Diese Flexibilität kann einen sehr großen Vorteil der Konkurrenz gegenüber verschaffen. Diese Sicherheit, die der Hauptlieferant für das Kundenunternehmen schafft, ermöglicht diesem den Fokus auf die Geschäftsentwicklung zu legen und sich nicht mit Formalitäten und administrativen Aufgaben aufzuhalten. Während der Kundenbetrieb seine Verwaltung und Personalabteilung klein halten kann und auf den Master Vendor zurückgreift, übernimmt dieser die hoch komplexe Planung und Administration der Leiharbeiter aus verschiedenen Zeitarbeitsfirmen. Dies ist ein schwieriges Unterfangen und lässt sich nur durch höchste Spezialisierung und Präzision, sowie hohe Personalkosten für diese Fachkräfte im eigenen Betrieb lösen.  

Artikelbild: one photo/ Shutterstock