Ob Student, Teilnehmer einer Weiterbildung oder Projektleiter: Geht es darum, vor Publikum zu präsentieren, fühlen sich viele gestresst oder gar überfordert. Die Panik wächst, je näher der Termin kommt. Simone Stargardt weiß, wie sich Blackouts vermeiden lassen…

Lampenfieber ist nichts ungewöhnliches und kann bis zu einem gewissen Maß sogar hilfreich sein. Wer jedoch zu aufgeregt ist, kann seine volle Leistung nicht mehr abrufen. Deshalb gilt es, sich auf Präsentationen entsprechend vorzubereiten.

Die innere Haltung

Wenn der Termin der Präsentation wie ein Damoklesschwert über uns schwebt, wird es schwer gelingen, dem Publikum einen souveränen Eindruck von uns zu vermitteln. Stattdessen besteht die Gefahr, dass wir zu schnell sprechen, Teile komplett vergessen und vom Vorgetragenen bei den Zuhörern wenig hängen bleibt. Deshalb sollten wir uns fragen:

  • Wer sind meine Zuhörer?
  • Was will ich den Teilnehmern vermitteln?
  • Wie kann ich Emotionen wecken, um auf wichtige Punkte aufmerksam zu machen?
  • Welche Ergebnisse erwarte ich mir von meinem Vortrag?

So helfen wir unserer Motivation auf die Sprünge und unser Denken dreht sich nicht mehr um uns als Person, sondern um Inhalte, mit denen wir uns in der Regel gut auskennen. Das Fachwissen wiederum stärkt unser Selbstvertrauen das wir zum Präsentieren benötigen.

Gut geplant ist halb vorgetragen

Statt kurz vor knapp ein paar PowerPoint-Folien zu basteln und anzunehmen, diese am Termin dann ad hoc kommentieren zu können, sollten wir lieber strategischer vorgehen: Den Zeitrahmen insgesamt und pro Stichpunkt festlegen; Kernaussagen ausarbeiten und adressatengerecht formulieren.

„Generalprobe vor Freunden“

Wer noch wenig Erfahrung im Präsentieren hat, hält als Generalprobe den Vortrag vor Arbeitskollegen oder Freunden. Mit deren Feedback lassen sich unverständliche Passagen noch verbessern oder weniger wichtige Punkte streichen. Es hilft auch, sich die komplette Präsentation wie eine Rede niederzuschreiben und möglichst auswendig zu lernen. Beim Vortrag selbst helfen Moderationskarten mit Stichpunkten, den roten Faden beim freien Sprechen nicht zu verlieren. Am Tag vor dem Termin ist ausreichend Schlaf empfehlenswert. Denn unser Gehirn verankert neu Gelerntes dauerhaft, während wir schlafen.

Entspannungsübungen

Trotz bester Vorbereitung kann einen Redner am Tag der Präsentation die Angst vor dem Blackout packen. Hier helfen Entspannungsübungen. Etwa, einige Male tiefes Ein- und Ausatmen. Eine ruhige, möglichst langgezogene Atmung senkt den Stresshormon-Spiegel und die Herzfrequenz.

Diese Atemtechnik möglichst schon vor wichtigen Terminen üben, so lernt der Körper und reagiert entsprechend schneller. Etwas auffälliger ist diese Übung: Schnelle Augenbewegungen von rechts nach links, ohne dabei den Kopf mitzubewegen. So simulieren wir den sogenannten Rapid-Eye-Move, während dessen unser Körper im Schlaf Stress abbaut.

Wer trotz allem während einer Präsentation ins Stocken gerät und nicht mehr weiterweiß, sollte ehrlich zuzugeben, dass er gerade blockiert ist. Meist platzt der Knoten dann in der Interaktion mit dem Publikum.

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