Geld zu verdienen und gleichzeitig um die Welt zu fliegen. Das ist für viele junge Menschen, gerade im Lockdown, ein Traum. Dank der Globalisierung sind viele Unternehmen mittlerweile international tätig. So ist es auch in „abhängiger Beschäftigung“, im Anstellungsverhältnis, möglich, selbst unter den aktuellen Corona-Bedingungen viel zu reisen und somit die Welt zu sehen. Für alle, die das wollen…

Dazu kommt der Trend der digitalen Nomaden, die sich als Freelancer durchschlagen und sich dabei vor allem in Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten niederlassen oder mit kleinem Budget von Ort zu Ort ziehen. Je nachdem, wie man seinen persönlichen Arbeitsalltag und die Reisen gestalten möchte, bieten sich unterschiedliche Optionen an, die alle ihre Vorteile mit sich bringen. Wir wollen uns einige davon genauer ansehen.

Das Leben als digitaler Nomade

Die Bezeichnung „digitaler Nomade“ ist seit einigen Jahren in aller Munde. Freelancer-Plattformen und Online Jobs ermöglichen vielen Menschen, Reisen und Arbeiten miteinander zu verbinden. Dabei gibt es kein Geheimrezept, wie man zum digitalen Nomaden wird und auch keine festgelegten Jobs, die man dabei machen kann. Tatsächlich eignen sich alle Tätigkeiten, die rein online ausgeführt werden können und wenig schweres Equipment benötigen. Als digitale Nomaden arbeiten z. B. Texter, Grafikdesigner, Fotografen, Programmierer oder Social-Media-Manager, die in der Selbstständigkeit sind. Die meisten digitalen Nomaden arbeiten dabei auf Auftragsbasis und haben keine festen Arbeitszeiten. 

Das bringt beim Reisen viele Vorteile, da man nicht zu bestimmten Zeiten erreichbar sein muss. Hat man also gerade einen Flug anstehen oder ist in einer ganz anderen Zeitzone als der Kunde, ist das überhaupt kein Problem. Solange die ausgemachten Deadlines eingehalten werden, kann sich der digitale Nomade seinen Arbeitsalltag völlig frei gestalten. Viele Freelancer entscheiden sich außerdem, durch besonders günstige Länder zu reisen oder sich in einem Gebiet mit niedrigen Lebenshaltungskosten für einige Monate niederzulassen.

„Viele Di-Nos in Südostasien“

Besonders beliebt sind südostasiatische Länder wie Thailand, Vietnam und Indonesien, aber auch in Mittel- und Südamerika findet man heute immer mehr digitale Nomaden. Schwierigkeiten gibt es allerdings manchmal mit dem passenden Visum. Einige Länder erlauben es nicht, ohne Arbeitsgenehmigung online zu arbeiten, wodurch die Tätigkeit nicht gestattet wird. Für solche Fälle stehen mittlerweile unterschiedliche Beratungsstellen bereit, die bei den gesetzlichen Vorschriften aushelfen.

Geschenkte Reisen: Nur mit diesen Jobs!

Wer Reisen geschenkt bekommen möchte, muss dabei natürlich einen passenden Anreiz geben. Heutzutage gibt es verschiedene Optionen, um auf die Kosten anderer Unternehmen reisen zu können. Vor allem erfolgreiche Reiseblogger und Influencer können solche Angebote abstauben. Dabei kommt es jedoch immer auf die eigene Reichweite an. Hat ein Influencer oder Blogger genügend Follower, wird er von verschiedenen Unternehmen angeschrieben, um gemeinsame Werbekampagnen zu starten. Viele der Unternehmen bieten dabei keine direkte Bezahlung an, sondern laden Influencer kostenlos ein. Wer auf seinen Accounts vor allem das Thema Reisen behandelt, wird dabei vor allem mit Hotels, Fluglinien und Co. zusammenarbeiten. Wer eine große Reichweite hat, bekommt oftmals Hotelaufenthalte, Flüge und manchmal sogar ganze Reisetouren geschenkt. Im Gegenzug muss dann natürlich eine gute Bewertung geschrieben werden. 

Werbung

Solche Geschenke kann man allerdings auch als High Roller erhalten. Darunter versteht man regelmäßige Casinobesucher, die bei ihren Spielen besonders hohe Einsätze tätigen. Unabhängig davon, ob ein High Roller viel gewinnt oder verliert, sind Casinohotels sehr an ihrer Kundentreue interessiert. Aus diesem Grund werden für solche hochklassigen Spieler oftmals Aufenthalte im Hotel verschenkt, dazu verschiedene Serviceleistungen vom Spa-Besuch bis hin zum Abendessen mit Hummer und Champagner vergeben.

Wohnt ein High Roller in einem anderen Land, wird hin und wieder sogar ein Flug spendiert. Wer sich weder als Influencer noch als High Roller sehen kann, hat noch eine weitere Option, um kostenlos zu reisen. Hotels werden regelmäßig von unabhängigen Hoteltestern besucht, die sowohl die Zimmer als auch den Service beurteilen. Wer also gern in einer Suite übernachtet, kann diesen Beruf ebenfalls in Erwägung ziehen.

Internationale Unternehmen: Reisen auf Firmenkosten

Wer sich nach einem sicheren Berufsverhältnis sehnt, dabei aber trotzdem neue Länder und Orte sehen möchte, kann auch nach einer Position in einem internationalen Unternehmen streben. Mittlerweile gibt es zahlreiche Berufsfelder, in denen die Bereitschaft für regelmäßiges Reisen nicht nur gewünscht, sondern gefordert wird.

So kann man als Consultant zwischen verschiedenen Standorten eines Unternehmens hin- und herreisen oder zu Forschungszwecken mit verschiedenen Institutionen aus aller Welt zusammenarbeiten. Als Flugbegleiter wird das Reisen selbst sogar zum Mittelpunkt der Arbeit. Hier hat man die Möglichkeit, zahlreiche Teile der Welt zusehen und dafür noch bezahlt zu werden. Das bringt viele Vorteile und gibt dazu finanzielle Sicherheit, da man nicht auf die eigene Kundenakquise oder den Erfolg des eigenen Blogs angewiesen ist. 

Allerdings gibt es bei dieser Art zu reisen auch klare Nachteile. Reist man vorwiegend für die Arbeit, kann man sich seine Reiseziele nicht aussuchen und hat meist relativ wenig Freizeit während einer Reise. Schließlich soll man hier wichtige Arbeitsschritte durchführen, mit anderen Mitarbeitern kommunizieren und verschiedene Anliegen besprechen. Zeit für Sightseeing und Freizeitspaß bleibt bei solchen Reisen also nur selten. Einzige Ausnahme ist dabei der Flugbegleiter. Hat man nämlich gerade einen Langstreckenflug absolviert und muss einige Tage pausieren, können diese meist mit einem tollen Touristenprogramm gefüllt werden. Die Fluglinien stellen dabei sogar oftmals kostenlose Touren für ihre Mitarbeiter bereit.

Wer seinen Arbeitsalltag nicht in einem Büro verbringen möchte, träumt vielleicht von einem aufregenden Leben auf Achse. Um zu reisen, muss man allerdings nicht unbedingt kündigen und jegliche finanzielle Sicherheit aufgeben, denn es gibt zahlreiche Wege, um auch während dem Reisen zu arbeiten. So kann man sein Glück z. B. als Reiseblogger oder Influencer versuchen und sich mit der Zeit eine große Fanbase erarbeiten, die auch die Aufmerksamkeit von Hotels oder Tourismusunternehmen auf sich zieht.

Wer sich selbst nicht gern in Szene setzt, kann außerdem den Weg des digitalen Nomaden einschlagen und mit einem Laptop im Gepäck selbstständig werden. Möchte man lieber im Angestelltenverhältnis bleiben, bieten sich ebenfalls zahlreiche Berufe an, bei denen monatliche Flüge auf dem Programm stehen. So wird der Arbeitsalltag garantiert niemals langweilig!

Artikelbild: aounphoto/ Shutterstock