Zu wenig Geld für deine Leistung im 2020? Dann wird es Zeit, im neuen Jahr – sofern möglich, nachzubessern, ein bisschen zu justieren. Ein paar Tips, wie es ganz sicher (nicht) klappt…

Häufig kommt es vor, dass das Gehalt weder den Kompetenzen noch dem Umfang der Tätigkeit des Arbeitnehmers entspricht. Laut einer von statista veröffentlichten Umfrage sind 43 % aller Befragten der Meinung, dass ihr Gehalt um mindestens 10 % erhöht werden sollte. Weitere 23 % sind der Meinung, dass ihr Gehalt um mindestens 5 % angehoben werden sollte, während 23 % der Befragten fanden, dass eine Gehaltserhöhung „unnötig“ sei. Wenn auch Sie der Meinung sind, eine Gehaltserhöhung verdient zu haben, dann ist es wichtig, diesen Wunsch nicht „irgendwie“ zu artikulieren. Es gibt einige Dinge, die Sie bei der Gehaltsverhandlung beachten sollten, um die Chancen auf eine Anpassung des Gehalts zu maximieren.

In diesem Beitrag präsentieren wir Ihnen einige Tipps und psychologische Tricks, wie Sie ein erfolgreiches Gehaltsgespräch mit Ihrem Vorgesetzten führen.

Planen Sie das Gespräch

Wer einfach beim Chef antanzt und den Wunsch nach einem höheren Gehalt verlauten lässt, der hat wohl keine hohen Erfolgschancen. Sie sollten sich im Vorfeld über folgende Punkte Gedanken machen, um die Aussichten auf eine Gehaltserhöhung steigen zu lassen:

  • Wie viel Geld steht mir zu? – Im Rahmen dieser Frage sollten Sie Ihren eigenen Marktwert ermitteln. Dieser Aspekt hängt von vielen verschiedenen Indikatoren ab, wie zum Beispiel dem Standort sowie der Größe der Firma. Außerdem spielen Position sowie Qualifikation ebenfalls eine große Rolle bei der Ermittlung Ihres Gehalts.
  • Im Internet finden Sie zahlreiche Tools, die Sie als Hilfe heranziehen können, um die Höhe Ihres Gehalts zu ermitteln. Damit vermeiden Sie, astronomische Forderungen zu stellen oder sich unter Ihrem Wert zu verkaufen.
  • Welche Argumente sprechen für mich? – Sie sollten ausreichend Gründe dafür finden, warum die Gehaltsanpassung angemessen ist. Ihr Vorgesetzter wird Ihr Gesuch nicht ohne Einwände annehmen. Um diese zu entkräften, benötigen Sie Argumente, die auf Fakten basieren.

Legen Sie Fakten auf den Tisch

Sie sind der Meinung, dass Sie der beste Mitarbeiter im Team oder im Büro sind? Das mag sein, doch weiß das auch Ihr Chef? Wenn Sie ein Gehaltsgespräch planen, dann empfehlen wir, die Erfolge im Vorfeld in einem Tagebuch zu dokumentieren – das hilft dabei, die richtigen Argumente zu liefern.

Folgende Resultate und Aspekte sollten Sie in dem Tagebuch dokumentieren:

  1. Zahlen – Ob wir es möchten oder nicht, im Beruf werden wir an Zahlen gemessen. Wie erfolgreich war das Projekt, an dem Sie teilgenommen haben oder besser: Haben Sie Ihre Quote erreicht?
  2. Effizienz – Haben Sie Prozesse oder Mechanismen entwickelt, mit denen Geld oder Zeit gespart werden kann? Haben Sie einige Projekte vor der Deadline beendet und konnten Sie so die Zeit für andere wichtige To-Dos nutzen?
  3. Persönliche Motivation – Haben Sie an einer Weiterbildung oder einem sonstigen Bildungsangebot teilgenommen, um sich neues Wissen anzueignen? Welche sind die Ziele, die Sie sich innerhalb der nächsten 1 bis 2 Jahre setzen?

Wenn Sie Lob von Kunden und Projektpartnern erhalten haben, können Sie auch dieses als Argument nutzen.

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Selbstbewusstsein ist gut, es bedeutet aber nicht nur, sich über die positiven Aspekte bewusst zu sein, sondern einen realistischen Blick auf die Dinge zu haben und auch die eigenen Makel zu kennen. Diese sollten Sie natürlich nicht erwähnen, sich darüber aber Gedanken zu machen ist sinnvoll, um die Kritik des Gegenübers anzuerkennen.

Das Wichtigste bei der Gehaltsverhandlung ist also, dass Sie rational und anhand von Tatsachen argumentieren. Auf keinen Fall sollten Sie einen privaten Grund für eine Gehaltserhöhung angeben. Wenn Sie gerade ein neues Auto gekauft haben und Geld benötigen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken, sollten Sie eher einen Kurzzeitkreditaufnehmen.

Weitere Tipps & Tricks, die Sie beachten sollten

Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und ein Portfolio von handfesten Argumenten sind beides Mittel, die Sie im Rahmen des Gesprächs nutzen sollten. Doch es gibt noch andere kleine Tipps und Tricks, mit denen Sie Ihre Chancen erhöhen, wie zum Beispiel:

  1. Wortwahl – Anstatt das Wort Gehaltserhöhung zu benutzen, empfehlen wir von einer Gehaltsanpassung zu sprechen. Das Wort „Höhe“ kann den Vorgesetzten nämlich abschrecken.
  2. Psychologische Zahlen nennen – Anstatt 50.000,- EUR zu fordern, empfehlen Karriereexperten 49.850,- EUR zu fordern. Das signalisiert dem Gegenüber, dass Sie sich genauestens Gedanken darüber gemacht haben, wie hoch Ihr Marktwert ist.
  3. Das erste Angebot nicht annehmen – Ein erstes Angebot ist ein klares Signal, dass Verhandlungsspielraum besteht. Nun liegt es an Ihnen, eine harte aber faire Verhandlung zu führen und das Maximum herauszuholen.
  4. Körpersprache – Non-verbale Kommunikation ist wichtiger als verbale Kommunikation. Wenn Sie also selbstbewusst wirken möchten, dann sollten Sie weder Arme noch Beine verschränken, sondern dem Gegenüber eine offene Haltung entgegenbringen.

Diese Ratschläge werden Ihnen mit Sicherheit dabei helfen, Ihre Aussichten auf ein positives Gehaltsgespräch zu erhöhen. Dennoch kann es sein, dass die Antwort des Chefs „Nein“ lautet. Sollte es dazu kommen, sollten Sie nicht beleidigt sein oder im Affekt Informationen über Kollegen preisgeben.

Alternativen zur Gehaltserhöhung

Sie haben noch zwei weitere Strategien, sich einen Vorteil zu verschaffen und doch als Sieger den Verhandlungstisch zu verlassen. Zum einen können Sie versuchen, Zusatzleistungen auszuhandeln. Dazu gehören:

  • Firmenhandy oder Firmenwagen
  • Boni – 13. Gehalt / Weihnachtsgeld
  • Zuschlag bei Meilensteinen oder erfolgreichen Projekten
  • Weiterbildungen oder Seminare
  • Home-Office oder mehr Urlaubstage

Wenn alles nichts nützt, stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sondern formulieren Sie mit dem Chef realistische Ziele, die Sie erreichen müssen, um eine Gehaltserhöhung zu erhalten. Das schafft Transparenz. Ble3iben Sie motiviert und vielleicht klopfen Sie bereits in wenigen Monaten wieder beim Vorgesetzten an!

Artikelbild: SFIO CRACHO/ Shutterstock