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Frauen in der Führungsetage? Hierzulande immer noch ein seltenes Erscheinungsbild. Das ist so, muss aber nicht so bleiben. Start-Ups räumen mit alten Rollenmustern und Klischees auf. Warum auch nicht. Marieke Pleines über feminine Führungsqualitäten …

Viele deutsche Unternehmen sind noch immer sehr von Männern dominiert, während der Frauenanteil in der Chefetage gerade mal bei rund sechs Prozent liegt. Auch wenn die Frauenquote über die letzten Jahren langsam gestiegen ist, sind nur knapp 15 Prozent der deutschen Unternehmen für einen Frauenanteil von 30 Prozent oder mehr.

YoungCapital, der Online-Recruitingsdienst für Studenten, Absolventen und junge Akademiker, sieht das ganz anders. Hugo de Koning, einer der Gründer des Unternehmens, findet: “Mit einer Mehrheit an Frauen in unserem Unternehmen sind wir zwei Jahre in Folge um 60 Prozent gewachsen. Wer macht uns das nach?”

Führungsqualitäten sind entscheidend

Bei YoungCapital ist der Großteil der Mitarbeiter weiblich und über die Hälfte des Top-Managements ist durch Frauen besetzt. Laut de Koning war das keine bewusste Entscheidung, sondern eine Folge des natürlichen Wachstums. Daher haben alle Mitarbeiter, abgesehen vom Geschlecht, die gleichen Chancen auf Führungspositionen, wenn sie die benötigten Persönlichkeitseigenschaften und Qualifikationen besitzen.

“Als Gründer achten wir natürlich darauf, was gut für unser Unternehmen ist. Die meisten Männer in Top-Positionen haben jedoch andere Interessen, und zwar vorrangig die eigene Karriere. Frauen hingegen sehen über ihr eigenes Ego hinaus”, bemerkt de Koning.

Mehr Femininität für einen gesunden Mix

Auch Karin van der Gragt, Managing Director bei YoungCapital Deutschland, ist der Meinung, dass die weibliche Fürsorge und Rücksichtnahme enorm zu einem gesunden Arbeitsklima und betrieblichen Erfolgen beiträgt. Frauen verfolgen ihre eigenen Interessen weniger als Männer und priorisieren eher das Wohlsein des Unternehmens.

„eingespieltes Team“

Dabei geht es nicht darum, dass der Frauenanteil im Unternehmen überwiegen soll, sondern dass Frauen die bestehende maskuline Kultur durchbrechen und ihren eigenen Platz in Managementpositionen einnehmen. Van der Gragt denkt, dass eine Mischung aus Männern und Frauen zu dem Erfolg von YoungCapital beiträgt: “Wir haben ein sehr gut eingespieltes Team, das aus spezialisierten Professionals auf ihrem eigenen Gebiet besteht. Wir sind immer bereit, einander zu helfen und besser zu werden.”

Ist eine Frauenquote die Lösung?

Frauen sorgen für Harmonie und ein gesundes Gleichgewicht im Unternehmen. Mit geeigneten Führungsqualitäten tragen sie zusammen mit ihren männlichen Kollegen zum betrieblichen Erfolg bei. “Die Frauenquote sollte Unternehmen jedoch nicht dazu bringen, Frauen solche Positionen aufzuzwingen, wenn ihre Fähigkeiten nicht wirklich dafür geeignet sind”, betont van der Gragt.

Deshalb sollte diese Entscheidung aus eigener Überzeugung der Frauen erfolgen, sonst kann die Übereinstimmung von persönlichen Qualitäten mit der DNA eines Unternehmens nicht gewährleistet werden. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass die Entscheidung für die richtige Besetzung einer Führungsposition stets im Interesse des Unternehmens ist. Van der Gragt findet daher, dass Frauen selbst entscheiden müssen, ob sie eine Managementposition besetzen wollen – Frauenquote hin oder her.

Marieke Pleines (Foto: NN)
Marieke Pleines (Foto: NN)
Über die Autorin: Marieke Pleines ist seit Januar 2018 für YoungCapital tätig und als Marketing Manager für die Marke YoungCapital in Deutschland verantwortlich. In ihrer Tätigkeit konnte sie schon viele Einblicke in die Unternehmensstruktur erhalten und ist beeindruckt vom Growth Mindset der Mitarbeiter.

Artikelbild: stockcreations/ Shutterstock

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