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Auch, wenn wir ein Problem gerne „Herausforderung“ oder – im Geschäftsleben noch beliebter – „Thema“ nennen, am Ende bleibt es doch meist, was es ist: Ein Problem, um das wir uns kümmern sollten. Doch wo und wie fangen wir an? Ein „Thema“ für Simone Stargardt…

Ignorieren wir unsere Probleme, holen sie uns früher oder später ein. Besser ist es, Probleme aktiv anzugehen. Suchen nach Lösungen statt lauter Problem zu sehen.

Annehmen, was nicht zu ändern ist

Wer gegen die Realität kämpft, kann nur verlieren. Lernen Sie deshalb, Umstände zu akzeptieren, die Sie nicht ändern können. Es gibt eben Dinge, die sind, wie sie sind – egal, ob Sie sich darüber aufregen, oder nicht.

Fragen Sie sich: Kann ich das, was mir zu schaffen macht, beeinflussen? Lautet die Antwort nein, versuchen Sie, zu akzeptieren, was nicht zu ändern ist. Erkennen Sie jedoch, dass Sie etwas an einer belastenden Situation verbessern könnten – werden Sie aktiv:

Kategorisieren

Die meisten Probleme lassen sich kategorisieren in Entscheidungen (die Ihnen schwerfallen), Abgrenzung (die Sie nicht vornehmen), Perspektiven (die Ihnen fehlen) oder Leistung (die Sie nicht erbringen können oder wollen).

Einige Beispiele:

  • Als Selbstständige haben Sie vielleicht die Wahl zwischen zwei vielversprechenden Aufträgen, von denen Sie aber zeitlich nur einen annehmen können – ein Entscheidungsproblem.
  • Im Büro sind Sie genervt, weil immer wieder Kollegen Arbeit bei Ihnen abladen – Sie können sich nicht abgrenzen.
  • Nach einer Trennung sind Sie diffus und fühlen sich innerlich leer: Ihnen fehlen Perspektiven.
  • Sie wissen eigentlich genau, wie sie die viele Arbeit vom Tisch bekommen könnten, haben aber nicht genug Power oder Kompetenz, entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dieses Beispiel fällt unter die Problem-Kategorie „Leistung“.

Probleme zu kategorisieren sind der erste Schritt, sie zu lösen, Berufschancen zu sehen. Denn während wir das, was uns gerade belastet, einer Kategorie zuordnen, können gleichzeitig Ideen entstehen, die uns aus der Klemme helfen.

Die richtigen Fragen stellen

Gehen Sie den Ursachen Ihres Problems auf den Grund, indem Sie es sachlich betrachten und sich fragen: Was brauche ich, um es zu lösen? Was hält mich zurück, etwas zu tun? Woran würde ich erkennen, dass das Problem gelöst wäre?

Werden Sie dabei kreativ und visualisieren Sie das scheinbar unmögliche. Aus dem fantastischen Gedankenspiel können sich neue Optionen auftun, die Ihnen bislang noch nicht als Lösungsweg eingefallen sind. Denn Kreativität und Intuition gehen Hand in Hand. Vielleicht entsteht beim Ausmalen der perfekten Welt ein Geistesblitz. Oder Ihr Bauch hilft Ihnen bei einer wichtigen Entscheidung.

Nehmen wir an, Sie fühlen sich überlastet von einem verantwortungsvollen Job. Um dieses Problem zu lösen, brauchen Sie vielleicht eine Auszeit.

„… eine Auszeit“

Zurück hält Sie die Unsicherheit, wie sie diese finanzieren sollen und wie es danach beruflich weitergeht. Erkennen, dass Ihr Problem gelöst ist, würden Sie, wenn Sie sich wieder ausgeglichen und entspannt fühlen.

Jetzt visualisieren Sie:

  • Sie müssen nie mehr arbeiten, sind trotzdem finanziell unabhängig – was machen Sie?
  • Eine Yogalehrer-Ausbildung?
  • Vielleicht reicht bereits der regelmäßige Besuch des Yogastudios um die Ecke, um ihr seelisches und körperliches Gleichgewicht wiederherzustellen.Ein Jahr durch Australien reisen?
  • Sich für gemeinnützige Projekte engagieren?
  • Was davon ließe sich – vielleicht in kleinerem Rahmen –  direkt in die Realität umsetzen?

Keine Angst vor fremder Hilfe

Lassen sich drückende Sorgen nicht konkretisieren, weil sie vielschichtig sind und wie von einer Wolke aus Folgeproblemen oder drohenden Konsequenzen umhüllt scheinen, braucht es zur Lösung manchmal Unterstützung von außen. Scheuen Sie sich nicht, im Bekanntenkreis nach Empfehlungen für gut ausgebildete Life- oder Businesstrainer zu fragen.

Je nach Coach gibt es unterschiedliche Methoden. Obwohl ich kein großer Pferdefreund bin, habe ich selbst zum Beispiel gute Erfahrungen mit pferdegestütztem Coaching gemacht. „Das Tier spiegelt dabei als Körpersprachenverstärker instinktiv wider, was dem Teilnehmer oft selbst nicht bewusst ist, unterschwellig jedoch ständig wirkt“, erklärt mir die Schweizer Businesstrainerin Michaela Oertli dazu.

Für seelische Leiden ist auch der Hausarzt ein guter Ansprechpartner. Der Mediziner kann oft Experten empfehlen, die Ihnen helfen, Ihre Ängste und Sorgen wieder in den Griff zu bekommen. Informieren Sie sich außerdem über Maßnahmen, die Ihre Krankenkasse unterstützt.

Artikelbild: Ollyy/ Shutterstock

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