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Du träumst vom perfekten Job? Dann bewerbe dich um deinen Traumjob. Während sich Professionals auf ihr Netzwerk verlassen, müssen Absolventen meist (noch) Bewerbungen tippen. Wir haben dazu die wichtigsten Tipps mal zusammengefasst…

Professionell und gleichzeitig kreativ gestaltete Bewerbungsunterlagen helfen dir. Damit kannst du deine individuellen Stärken (und Schwächen) möglichst optimal präsentieren. Doch was verlangen die Personaler heute eigentlich von einem Bewerber und was sollten sich potenzielle Kandidaten für eine ausgeschriebene Stelle lieber sparen?

Jede Bewerbung ist so eine Art Visitenkarte einer Person. Aus diesem Grund gibt es auch kein Patentrezept für DIE ideale Bewerbung. Dennoch möchten wir euch einige Tipps und Informationen zusammenfassen, die Bewerbern auf ihrem Weg zur neuen Stelle helfen können.

Ganz klassisch! Aufbau einer Bewerbung

Grundsätzlich sind die drei Elemente Bewerbungsschreiben (Anschreiben), Lebenslauf und Anlagen (z.B. Zeugnisse und Referenzen) entscheidend für eine ordentliche Bewerbungsmappe. Alle drei Teile müssen dem Personaler vorliegen. Unvollständige Bewerbungen wandern meist ohne Umwege auf den „Ungeeignet“-Stapel des Entscheiders und das gilt es zu vermeiden – kurz: Ablage P oder Rundordner.

Kein Muss sind dagegen Weiterbildungsnachweise, Führerscheinkopien, Führungszeugnisse, Bewerbungsfoto und Deckblatt. Während Weiterbildungsnachweise zum Beispiel immer nur dann beigelegt werden sollten, wenn diese für die ausgeschriebene Stelle von Bedeutung sind, sollten Führungszeugnisse und Führerscheinkopie nur zum Einsatz kommen, wenn diese verlangt werden.

„Online First – nicht zu schnell abschicken“

Was für gedruckte Mappen gilt, gilt im Grunde auch für Online-Bewerbungen. Und da sind noch ein paar Sachen zu beachten. Neben der Bewerbung per E-Mail wird die Nutzung eines virtuellen Bewerbungsformulars immer häufiger, weil sie Unternehmen die Auswahl der besten Kandidaten erleichtern und den gesamten Bewerbungsprozess beschleunigen.

Wer sich ein paar Beispiele ansehen möchte, kann auf der Internetseite des deutschen Personaldienstleisters I.K. Hofmann hier mehr erfahren und sich unter den aktuellen Stellenanzeigen die sogenannte „Expressbewerbung“ unter die Lupe nehmen. Hierfür werden online Lebenslauf, persönliche Daten, Anschreiben und Ähnliches hochgeladen.

Wichtig: Beim Hochladen von PDF-Dateien sollten Metadaten mit kostenlosen Tools editiert werden. Ansonsten erfährt der Leser ungewollt, wann das PDF erstellt wurde und von wem.

Darüber hinaus muss auf eine neutrale E-Mail-Adresse geachtet werden. Peinliche Kürzel in der Adresse bugsieren Bewerber unweigerlich ins Aus. Weitere Tipps zur Online-Bewerbung gibt´s hier in der Onlineausgabe des Magazins Einstieg.

Der Zeitfaktor – weniger als fünf Minuten

Ein elementarer Fakt, den leider viele Bewerber vernachlässigen, ist die Tatsache, dass sich Personaler durchschnittlich nur zwei bis fünf Minuten mit einer Bewerbung beschäftigen. Sie haben keine Zeit, um sich mit mehreren Seiten langen Schreiben zu befassen. Während dieser kurzen Zeitspanne werfen Personal besonders auf Abschlüsse, Berufserfahrung, vorherige Jobs und Soft Skills einen kritischen Blick.

Aber auch Rechtschreibung, wichtige Qualifikationen, Lebenslauf und der Gesamteindruck der Bewerbungsmappe sind ausschlaggebend. Nicht selten greifen Personaler aus Zeitmangel zuerst zum Lebenslauf bevor das Anschreiben überhaupt gelesen beziehungsweise überflogen wird. Der Inhalt des Anschreibens ist allerdings gleichermaßen bedeutend, wie der Lebenslauf.

Das Anschreiben – „brennst“ du schon?

Das Ziel des Anschreibens besteht darin die Highlights des persönlichen Werdegangs hervorzuheben und die Motivation für die Bewerbung darzustellen. Höchstens zwei Seiten sollten es sein. Dem Personaler muss schlüssig vermittelt werden, warum sich der Bewerber am besten für die Stelle eignet. Im Anschreiben sollten sich Bewerber über ihre größten Erfolge, ihre Erfahrung und ihre Qualifikation selbst empfehlen.

Der erste Satz des Anschreibens muss klug gewählt werden, um den Leser „abzuholen“. Langweilige Standardlösungen sind unbedingt zu meiden, da Personaler diese nicht mehr sehen können. Sie heißen nicht umsonst Standard und unterstreichen nur eins: Mangelnde Kreativität des Bewerbers. Eine tiermedizinische Fachangestellte könnte den ersten Satz beispielsweise folgendermaßen aufbauen:

„Seit einiger Zeit interessiere ich mich im Bereich der Tiermedizin für die Fachgebiete Schmerzmanagement und Narkose. Ihre Stellenanzeige hat mich aufgrund der genannten Schwerpunkte und Perspektiven deshalb sofort begeistert.“

Generell sollten sich Bewerber mit Berufserfahrung auf ihre Erfolge konzentrieren und diese hervorheben. Berufseinsteiger haben noch keine berufliche Erfahrung vorzuweisen, können sich aber mit Schwerpunkten der Ausbildung gut in Szene setzen. Auch Talent und Stärken musst du inszenieren.

Im Anschreiben muss deutlich werden, dass du dich mit dem Unternehmen und dessen Ziele auseinandergesetzt hast. Und, hast du? Beispielsweise könnte auf ein neues Produkt eingegangen oder betont werden, dass man sich mit der Philosophie und den Unternehmenswerten identifizieren kann. In erster Linie muss das Interesse an dem neuen Job erkennbar sein und erklärt werden, warum gerade dieser Kandidat perfekt zur freien Stelle passt. Der Leser muss erfahren, warum die Einstellung des Bewerbers lohnenswert ist. Zum Schluss: Anschreiben immer unterschreiben!

Vorlagen: Muster zum Anschreiben, die Form und Aufbau verdeutlichen, wurden hier im Onlineportal Karrierebibel veröffentlicht. Natürlich nicht zum Kopieren, nur als Anregung gedacht! Zum Weiterdenken…

Schwächen? Am Besten im Gespräch klären…

Was keinesfalls ins Anschreiben sollte, sind persönliche Schwächen. Diese lassen sich bei Bedarf im Vorstellungsgespräch erörtern. Sollten aber nur zur Sprache kommen, wenn der Personaler danach fragt. Und sollte die Fragen kommen, sind Schwäche stets sin Kombination mit guten Vorsätzen anzumerken. Wird ein Handwerker nach Schwächen gefragt, könnte eine gute Antwort lauten:

„Das Verwalten von Dokumenten bereitet mir manchmal Probleme. Da mir jedoch klar ist, dass auch Handwerker gewisse Unterlagen ordentlich halten müssen, habe ich mich bereits für eine Schulung im Bereich Dokumenten-Management angemeldet.“

Mit dieser Aussage gibt der Bewerber eine klare Antwort ohne seine Fachkenntnisse, die in seinem Beruf entscheidend sind, in Frage zu stellen.

Der lückenlose Lebenslauf – mach‘ den Faktencheck!

Während der chronologische Lebenslauf lange Standard war, setzt sich die amerikanische Variante immer mehr durch. Der Unterschied besteht in der Reihenfolge: Beim amerikanischen Lebenslauf steht die aktuelle Position ganz oben, beim chronologischen Lebenslauf am Ende.

Im Idealfall erkennt der Leser beim Überfliegen des Dokuments unmittelbar alle wichtigen Fakten. Links sollten die zeitlichen Angaben (Monatsangaben wie 09/2015 – 08/2016 sind ausreichend), rechts die Fakten zu finden sein.

Die persönlichen Daten müssen Name, Anschrift, Geburtsort, Geburtstag, Staatsangehörigkeit und Familienstand umfassen. Auch Berufserfahrung, besondere Qualifikationen und Ausbildung sind zu beschreiben.

Ein Lebenslauf muss lückenlos sein. Etwas vertuschen zu wollen, hat keinen Sinn, denn spätestens beim persönlichen Gespräch müssen sich Bewerber rechtfertigen. Ort, Datum und Unterschrift bilden den Schluss. Wer möchte, fügt dem Lebenslauf ein Bewerbungsfoto hinzu. Menschen lieben Bilder viel mehr als Textwüste! So auch die Personaler…

Das hier hat im Lebenslauf nix zu suchen:

  • Gehaltsvorstellungen
  • Religiöse Ansichten
  • Politische Meinungen
  • Familiäre Informationen (Beruf der Eltern)

Diese Daten lenken im Lebenslauf unnötig ab und machen ihn unübersichtlich. Wurde um Angabe zu Gehaltsvorstellungen gebeten, müssen diese ins Anschreiben integriert werden. Ansonsten werden sie erst im Jobinterview thematisiert.

Besonders vorteilhaft kann sich die prägnante Beschreibung von beruflichen Stationen im Lebenslauf auswirken. Hierbei gilt es Aufgabe und Vorgehensweise kurz zu erläutern und gleichzeitig, welchen Erfolg die Handlung dem Unternehmen einbrachte. Ein Beispiel eines Coaches:

„Als Produktivitäts-Coach bei der Firma XY strukturierte ich die Arbeitsabläufe in den Abteilungen A-C mit individuell integrierten Lösungen um. Die Produktivität des Unternehmens stieg daraufhin um 40 Prozent.“

Diese Formulierung gibt Aufschluss zu den Fakten und weist auf den Erfolg der persönlichen Leistung hin. Bei der Formulierung ist der Einsatz von Verben ratsam, denn sie beschreiben authentisch, was der Bewerber konkret zur Verbesserung des Arbeitsumfelds beigetragen hat. Wer mit Verben sein Tun beschreibt, klingt motivierter, interessanter und aktiver.

Die Anlagen – das Allerbeste, in einem Dokument

Egal ob Arbeitszeugnisse, Empfehlungsschreiben oder Zertifikate: Anlagen runden die Bewerbung durch Bestätigungen von neutralen Dritten ab. Sie füllen wichtige Lücken im Gesamtpaket und helfen dem Personaler bei der Beurteilung des Jobkandidaten. Um die Übersichtlichkeit zu wahren, ist ein Verzeichnis zu den chronologisch sortierten Schreiben empfehlenswert. So findet sich der Leser schneller zurecht.

Der Verweis sollte am Ende des Anschreibens oder auf dem Deckblatt platziert sein. Die Auswahl der Anlagen muss sich an der ausgeschriebenen Stelle orientieren. Wurden Praktika oder Weiterbildungen in fremden Branchen gemacht, ist dies für den aktuellen Leser uninteressant. Dieser ärgert sich höchstens darüber in unwichtigen Dokumenten blättern zu müssen, hilfreich sind sie für seine Entscheidung nicht.

Folgende Zeugnisse gehören in die Anlage:

  • Vom letzten Schulabschluss: Wer bereits zwanzig Jahre oder mehr Berufserfahrung hat und ein Hochschulzeugnis vorlegt, kann auf das Abi-Zeugnis verzichten.
  • Arbeitszeugnisse: Maximal die drei aktuellsten Arbeitszeugnisse.
  • Von der Berufsausbildung und Hochschulabschluss

Empfehlungsschreiben – macht einen Unterschied…

Wer sich beim Bewerben einen Vorteil gegenüber Mitbewerbern verschaffen möchte, legt der Bewerbung Empfehlungsschreiben bei. Sie sind zwar kein Muss, kommen bei Unternehmen aber gut an. Einige Personaler bitten sogar konkret darum, verwenden dabei aber den Ausdruck „Referenzen“.

Gemeint ist meist das Gleiche: Ein Empfehlungsschreiben von früheren Arbeitgebern. Es hilft den Betrieben die Bewerber besser einzuschätzen. Schließlich beurteilt der ehemalige Chef mit dem „Letter of Recommendation“, wie das Empfehlungsschreiben auf Englisch betitelt wird, die Fachkenntnisse und Fertigkeiten des Bewerbers und gibt eine Einschätzung der Persönlichkeit ab.

Empfehlungsschreiben unterscheiden sich deutlich vom klassischen Arbeitszeugnis. Im Vergleich hat der Verfasser hier viel mehr Spielraum, um dich als Person zu beschreiben. Der Absender schreibt in der Ich-Form und darf das Dokument auch sehr persönlich formulieren, um den Bewerber zu empfehlen.

Diese Tabelle enthält Hinweise zum Aufbau eines Empfehlungsschreibens und dessen Bedeutung.

Aufbau

 

Tipps und Tricks

 

Kontaktdaten

 

Neben dem Namen des Verfassers müssen das Unternehmen, die direkte Durchwahl, das Datum sowie Name und Anschrift des Adressaten aufgeführt sein. Ein Empfehlungsschreiben richtet sich immer an einen Empfänger.

 

Betreff

 

Der Betreff sollte lauten „Empfehlungsschreiben für“, hier folgt der Name des Bewerbers.

 

Vorstellung

 

Zunächst stellt sich der Verfasser des Schreibens kurz vor.

 

Grund

 

Kurze Erläuterung zum Grund des Empfehlungsschreibens.

 

Empfehlung

 

Dann folgt die eigentliche Empfehlung. Zunächst geht der Verfasser darauf ein, in welchem Zeitraum der Bewerber welche Tätigkeit ausübte. Ergänzt wird dies mit der Beschreibung der Qualifikation und Erfolge.

Zum Schluss werden Persönlichkeit und Stärken des ehemaligen Mitarbeiters eingeschätzt. Auch eine Erläuterung zur Eignung für die potenzielle neue Stelle wäre denkbar. Am Ende kann der Referenzgeber sich für Rückfragen anbieten.

 

Unterschrift Das Schreiben sollte vom Verfasser unterschrieben sein.

 

Das Empfehlungsschreiben sollte nicht länger als eine DIN-A4-Seite sein. Maximal drei Empfehlungen pro Bewerbung sind ausreichend. Ein Übermaß wirkt übertrieben und kann ins Gegenteil umschlagen.

Optional: Das Motivationsschreiben

Optional kann in Bewerbungsmappen die sogenannte „Dritte Seite“ genutzt werden. Dieses Motivationsschreiben folgt nach Anschreiben beziehungsweise Deckblatt und Lebenslauf. „Das Motivationsschreiben gibt Ihnen die Chance, Ihr Anschreiben zu ergänzen und besondere Aufmerksamkeit auf Highlights in Ihrem Lebenslauf zu lenken oder Ihre ganz besondere Motivation für genau die angestrebte Aufgabe zu erläutern“, heißt es in einem Beitrag des virtuellen Bewerbungs-Service zum Motivationsschreiben.

Reihenfolge aller Dokumente

Das Anschreiben liegt lose auf der Bewerbungsmappe. Innerhalb der Mappe folgen:

  1. Deckblatt
  2. Lebenslauf
  3. Motivationsschreiben (optional)
  4. Zeugnisse
  5. Zertifikate
  6. Empfehlungsschreiben
P.S. Fehlt noch was für eure nahezu perfekte Bewerbung oder haben wir was vergessen? Ergänzt gerne per Kommentarfunktion, wir freuen uns 😉

Artikelbild: Rawpixel.com/ Shutterstock

 

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