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Im Vorstellungsgespräch zeigen sich Bewerber von ihrer besten Seite. Klar ist: Zu souveränen Auftreten und schlagfertigen Antworten auf sämtliche Fragen gehört die passende Kleidung dazu. Fragt sich nur welche. Wir haben uns umgeschaut und festgestellt: (noch) keine Experimente…

Der deutsche Dichter Karl Simrock brachte die Tatsache, dass das erste Urteil über einen Menschen auch nach seiner Kleidung gefällt wird, auf den Punkt: „Man empfängt Menschen nach dem Kleide und entlässt sie nach dem Verstand.

Schließlich geht es bei einem solchen Gespräch meist nicht darum, die fachliche Eignung des Bewerbers zu treffen – die kann auch den Bewerbungsunterlagen oder sonstigen Einstellungstests entnommen werden. Es geht ganz konkret um die Frage, ob die Person in das Unternehmen passt. Wer underdressed beim Vorstellungsgespräch erscheint, dem könnte auch in anderen Belangen ein etwas nachlässiger Charakter unterstellt werden.

Auffallen ja, aber nicht zu sehr

Das soll allerdings im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass jedes Bewerbungsgespräch in einem Anzug stattfinden muss. Vielmehr sollte es der Branchen angemessen sein. Wer sich auf eine handwerkliche Stelle in einem mittelständischen Unternehmen bewirbt, der sollte durchaus auch in gepflegter Alltagskleidung erscheinen. Grundsätzlich sollte sich Kleidung nicht allzu deutlich von jener unterscheiden, die auch im Berufsalltag getragen wird. Julia Rohleder, Personalerin bei Otto, empfiehlt im Interview allen Bewerberinnen folgenden Leitfaden: „Dress for the job you want, not the job you have!“

„Es geht beim Bewerbungsgespräch  um  fachliche Qualifikation – und Sozialkompetenz“

Schutz- und spezielle Arbeitskleidung zählt allerdings nicht dazu. Bei einem Vorstellungsgespräch im Top-Management ist ein Anzug in gedeckten Farben allerdings unabdingbar. Auch bei der Krawatte sollte hier auf optische Experimente verzichtet werden. Wer bei der Auswahl nicht ganz stilsicher ist, kann bei einem Herrenausstatter vor Ort oder im Internet eine Beratung einholen – Zalando bietet hierzu zum Beispiel eine eigene Themenseite für Herrenausstatter.

Das geschulte Personal wird dabei gleich auch noch auf den richtigen Schnitt achten. Außerdem passt nicht jede Farbe zu jeder Persönlichkeit. Um die Ausstrahlung des Bewerbers zu erhöhen, kann ein auch farblich perfekt zur Person passender Anzug einen wichtigen Beitrag leisten. Zudem können Personalchefs, die die Verantwortung für ein Vorstellungsgespräch in der Führungsebene eines Unternehmens haben, den Unterschied zwischen günstigen und hochwertigen Anzügen durchaus erkennen.

Konservativ und zeitlos kleiden

Weil ein schlichter, konservativer Anzug zeitlos ist, kann er entsprechend auch über viele Jahre getragen werden. Schon der österreichische Dichter Ernst Ferstl philosophierte: „Immer mit der Mode gehen zu wollen, hat einen Nachteil: Man muss ihr immer nachlaufen.“ – dem ist nichts hinzuzufügen. Der Mehrpreis, der beim Herrenausstatter gegenüber dem Kaufhaus einkalkuliert werden muss, zahlt sich durch ein positives Vorstellungsgespräch vielleicht aus. Weiter kommt hinzu, dass ein Anzug, der vor einigen Jahren gekauft wurde, häufig nicht mehr der aktuellen Statur entspricht und nicht selten etwas kneift.

Bei einem Gespräch auf dieser Ebene dürfen auch Details nicht übersehen werden. Kniestrümpfe verhindern, dass das beharrte Männerbein sichtbar wird, sobald man sich hinsetzt. Auch an anderer Stelle sollte keine Behaarung zu sehen sein. Ein Dreitagebart mag in vielen Kreisen zunehmend als modisch gelten. Bei Personalchefs dürfte er hingegen eher Befremden hervorrufen:

Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten. Im Alltag mag es aus Bequemlichkeit in Ordnung sein, auf die morgendliche Rasur zu verzichten; doch wer nicht rasiert zu einem Bewerbungsgespräch erscheint, dem wird leicht ganz allgemein ein laxer Umgang unterstellt. Während diese Nachlässigkeit im modernen Büroalltag noch akzeptiert sein mag, ist sie im Top-Management absolut tabu.

Frauen sollten auf klassischen Schnitt achten

Frauen sollten bei einem Vorstellungsgespräch, bei dem über einen Job im Top-Management verhandelt wird, ebenfalls auf ein konservatives Outfit setzen. Während bei Bewerbungen in niedrigeren Positionen im Sommer durchaus auf Socken verzichtet werden kann, sind diese bei Positionen mit Führungsanspruch Pflicht. Gleiches gilt für modische Kleidung: Ein Hosenanzug im modernen Schnitt ist natürlich akzeptabel, aber schon auf eine unkonventionelle Farbgebung sollte verzichtet werden.

„Die Organisation will wissen, ob der Bewerber in das bestehende Team passt“

Selbiges gilt auch für übermäßig viel Schmuck, wobei Ohrringe hierbei unproblematisch sind. Gelegenheiten, die weiblichen Reize einzusetzen gibt es genug – im Bewerbungsgespräch sollte eine zu knappe, freizügige Kleidung in jedem Fall vermieden werden.

Grundsätzlich kann natürlich dadurch sonst der Verdacht bestehen, dass mit dieser „Waffe“ versucht werden soll, sich gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil zu verschaffen – anstatt einfach die Qualifikationen und die Persönlichkeit für sich sprechen zu lassen. Ein Minirock ist als unabhängig von der zu besetzenden Stelle die falsche Wahl. Vor allem bei einer Stelle im Management dürfen die Absätze zudem nicht zu hoch ausfallen.

Fazit: Zeitlos und stilvoll

  • bei Männern ist Anzug Pflicht
  • fachkundige Beratung bei Herrenausstattern zahlt sich aus
  • Tragen von Kniestrümpfen empfehlenswert
  • Frauen sollten zugunsten eines klassischen Zweiteilers auf modisches Outfit verzichten
  • Socken müssen auch bei sommerlichen Temperaturen getragen werden
  • Für beide Geschlechter: Kleidung in gedeckten Farben wählen

Artikelbild: Robert Kneschke/ Fotolia.com

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