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Fast jeder Dritte in Deutschland bricht sein Studium vorzeitig ab. Studis stellen spätestens an der Uni fest: Das Studium entspricht nicht ihren Vorstellungen, ist viel zu theoretisch. Der Blick auf den Arbeitsmarkt machts nicht besser: Ein Studium garantiert keinen guten Job, zumindest nicht mehr wie früher. Studienabbrecher suchen nach Alternativen. In diesem Teil stellen wir den Job des Hörakustikers vor….

Studienabbrecher suchen nach Alternativen. Solchen mit Anspruch und ähnlich guten Perspektiven, von der Realschule bis zur Promotion. Wir starten dazu am „Tag der Arbeit“ eine Reihe mit ungewöhnlichen Jobprofilen nach dem Hörsaal.

Paradebeispiel dafür, dass Handwerkerberufe zunehmend höher qualifizierte junge Erwachse anziehen, ist der Beruf des Hörgeräteakustikers. Hier kann man es von der Realschule bis zur Promotion schaffen. Da das Gesundheitshandwerk sehr anspruchsvoll ist, ist es insbesondere bei Abiturienten beliebt. Seit 1999 verfügt es über einen eigenen Studiengang.

Die duale dreijährige Ausbildung zum Hörakustiker ist nicht nur abwechslungsreich und anspruchsvoll, sondern bietet auch hervorragende Aussichten. Es herrscht Vollbeschäftigung in der Branche. Anfang September beginnen bundesweit 700 junge Menschen ihre Ausbildung zum Hörakustiker. Das Akustiker-Handwerk bricht mit dieser Zahl erneut einen Rekord und gehört mit einer Ausbildungsquote von 20 Prozent zu den Top-Ausbildern im deutschen Handwerk. Nach Angaben der biha sind auch dieses Jahr wieder Studienabbrecher aus medizinischen oder naturwissenschaftlichen Studiengängen dabei. Über die Hälfte der Hörakustiker-Azubis haben mittlerweile Abitur.

Die Chancen

Die guten Perspektiven,  Fortbildungsmöglichkeiten sowie der tägliche Umgang mit Technologien und Menschen machen diesen Beruf attraktiv. Man muss aber nicht nur etwas im Kopf haben; auch handwerkliches Geschick und Sozialkompetenz sind gefragt. „Ich musste nicht lange überlegen“, erläutert der ehemalige Student der Medizintechnik Martin Psiuk seine Beweggründe, die Ausbildung zum Hörakustiker zu beginnen. „Das Gefühl, man hat etwas sinnvolles getan und jemandem geholfen, bestätigt mich.“

„Studienabbrecher – kein Karriere-Ende“

„Aufgrund der demographischen Entwicklung und der hohen Ausbildungsqualität haben Akustiker-Azubis hervorragende Berufsaussichten. Das ist einer der Gründe, warum sich immer mehr Studienabbrecher für unser Handwerk entscheiden“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha). Als Präsidentin ist sie in bester Gesellschaft: Mit über 60 Prozent Frauen unter den Auszubildenden kann sich auch die Frauenquote sehen lassen.

Die Ausbildung

Während der dreijährigen Berufsausbildung werden medizinische, audiologische und handwerkliche Fähigkeiten vermittelt. Auszubildende lernen Untersuchungen, Beratungen und Versorgungen durchzuführen. Neben der individuellen Anpassung digitaler Hörsysteme steht auch das Fertigen von Ohrpassstücken auf dem Lehrplan. Nach der Ausbildung entscheiden sich viele für eine Meisterausbildung. Sie vertieft ihre Kenntnisse weiter und berechtigt einen eigenen Betrieb zu leiten. Denn im gefahrengeneigten Hörgeräteakustiker-Handwerk gilt die Meisterpflicht. Die vielfältigen Entwicklungs

Das Handwerk

Mit 5.000 Hörakustiker-Betrieben und ca. 12.000 Hörakustikern versorgt das Hörgeräteakustiker-Handwerk ca. 2,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, digitalen Hörsystemen. Darüber hinaus bieten Hörakustiker einen passgenauen Gehörschutz, sowie technische Hilfen für Gehörlose an. Hörakustiker werden im Rahmen der dualen Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb und am zentralen Ausbildungscampus in Lübeck, mit der Akademie für Hörgeräte-Akustik und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörgeräteakustiker, ausgebildet.

Artikelbild: Amir Kaljikovic/ Fotolia.com

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