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Fair gehandelte Kaffees gibt es viele. Mild gemahlen, als ganze Bohne oder Instant. Ebenso Reis und Eiscreme stehen mit Fairtrade-Siegel im Regal. Auch eins?

[dropcap]N[/dropcap]eben etablierten Organisationen gibt es auch Einzelkämpfer, die sich für eine bessere Welt einsetzen. Florian Tenk zum Beispiel. Sozialen Wandel durch den sozialen Handel, reimt er seinen Ansatz.

Mit dem Erlös von „Fabelaft“ werden nachhaltig wirkende Projekte und Einrichtungen unterstützt. Im Dreiklang von Sozialem, Ökologie und Ökonomie. „Erfolgsfaktoren für jede Aktivität von Fabelaft“, sagt Tenk.

Das Pulver für Kaffee und Espresso wird sozial, biologisch und fair hergestellt und vertrieben. Der wild wachsende äthiopische Hochlandkaffee gehöre zu den weltbesten Kaffees, sagt Tenk. Geröstet werden die Kaffeebohnen besonders schonend in der Privatrösterei Telgter Kaffeebar.

Die Idee dahinter? Sozialen, biologischen, fairen Handel (social ecofair trade) mit schonendem Reisen (sustainable eco-tourism) verbinden.

Zum Fabel-Kaffee gibt es eine Reise in die Anbauregionen des Kaffees. „Kahawa-Safari“ (Kaffee-Reisen) nach dem Motto „Die Reise zur Kaffeebohne“ werden in und nach Ostafrika angeboten, zum Beispiel nach Tansania.

Wer trinkt eigentlich fairen Kaffee?

Die Redaktion von Karriere-Einsichten hat sich mit Florian Tenk in der Fußgängerzone von Münster und anderswo umgeschaut…

Mehr als 235 Millionen Tassen Fairtrade-Kaffee werden in rund 15.000 Kantinen, Bäckereien und Studentenwerken, in Hotellerie, Cafés und anderen Betrieben ausgeschenkt, sagt Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V.

Und das Business mit dem Gewissen wächst zweistellig, ähnlich wie im Geschäft rund um „Alles Bio„:

Der faire Handel will die kleinbäuerliche Landwirtschaft fördern, aus der rund 75 Prozent aller Fairtrade-Produkte stammen. Das Fairtrade-Siegel soll die Einhaltung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Standards garantieren.

Mindestpreise und Fairtrade-Prämien, langfristige Lieferbeziehungen und Vorfinanzierung schaffen höhere, stabilere Einkommen und führen zu einer deutlichen Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation der Menschen vor Ort. Es entstehen neue Arbeitsplätze – auch für die jüngeren Generationen.

Landflucht in Afrika und anderswo wird so verhindert, hofft man. Ob das wirklich etwas „bringt“? Stimmen Sie ab, ob Fan von „Fairtrade“ oder nicht:

Nachhaltigkeit: Fairness „pusht“ das Image

In einer „brands & values“-Umfrage wurde bewertet, welchen Einfluss Nachhaltigkeits-Faktoren auf das Image von Marken haben. Fairtrade schnitt als beste unter 407 untersuchten Marken ab. „Kein größeres Unternehmen kommt mehr an einer klaren und nachhaltigen Produktpolitik vorbei“, sagt Dieter Overath.

Die Studie zeige, dass die Verbraucher bereit seien, soziale Verantwortung in ihrem Einkaufsverhalten wertzuschätzen. Bekannte Kaffeeröster wie J.J. Darboven, der Tchibo Coffee-Service und Andere sind die Partnerfirmen. Starbucks, die weltweit größte Kaffeehauskette, hat europaweit alle espressobasierten Getränke auf 100 Prozent zertifizierten Fairtrade-Kaffee umgestellt.

Die Kultmarke Ben&Jerry’s setzt ebenfalls komplett auf Fairtrade und wird bis 2011 alle Eissorten auf Fairtrade-Zutaten umstellen.

Glaubwürdigkeit: Persönliches Erlebnis

Nochmals zurück zu „Fabelaft“. Die Transparenz zuverlässiger Arbeit soll für Florian Tenk den Erfolg seiner Firma ausmachen. Ideell, materiell wird momentan das gemeinnützige Mädchen- und Frauenprojekt Matumaini Center in Iringa/Tansania gefördert.

Die Anschaffung einer Solaranlage soll dem Hoffnungs-Center mehr Selbstbestimmung, bald auch Unabhängigkeit geben. In dem sozialen Zentrum soll als zusätzliche Einnahmequelle für die Bildungseinrichtung ein Cafe und ein Reisebüro eröffnet werden, mit dem Fabelaft zusammenarbeiten wird.

Kunden aus dem profit- wie non-profit-Bereich wird ein eigens vermarkteter Kaffee angeboten, der Gelder für gemeinnützige Projekte und Institutionen erwirtschaftet.

Zudem werden in einem eigenen Baum-Projekt in Iringa/Tansania CO2-Emissionen aus dem Vertrieb von Fabel-Kaffee und Reisen kompensiert…

Sichtweise! Jan Thomas Otte trinkt seit diesen Recherchen wieder fairgehandelten, ökologisch einwandfreien Kaffee. Und zahlt dafür gerne den dreifachen Preis…

Artikelbild: © Bernd Kasper/ pixelio.de

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Jan Thomas Otte ist chronisch neugierig. So studierte er Theologie - der Weg zum Pfarrer, machte eine Journalistenausbildung und dann zog es ihn in die weite Welt, ins Geschäft einer internationalen Beraterfirma. 2010 gründete er diese "Karriere-Einsichten"...

5 Kommentare

  1. […] Verbraucher greifen immer häufiger zu Fairtrade- oder Bio-Produkten. Allein in Deutschland wurde nach Angaben des Bundes Ökologische […]

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