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Klaras lange Reise zu Erkenntnis. Sie sucht Antworten auf Fragen wie: »Woher komme ich?« – »Wohin gehe ich?« – »Wer denkt in mir?«

[dropcap]D[/dropcap]as Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab, sagte Marc Aurel. Um dies zu illustrieren, führe ich einmal eine Sequenz aus ›Klaras lange Reise‹ an, aus der ein veränderter Blickwinkel ein anderes, neues Erleben erzeugt.

Klaras Vater Jason wuchs in dem Glauben auf, dass der Stich einer Libelle tödlich enden kann. So verwundert es nicht, dass ihn der Anblick eines solchen Tieres in helle Aufregung versetzt, mitunter sich sogar in Panikattacken äußert.

Nachdem dieses ›Angst einflößende Insekt‹ über seinen Kopf hinweggeflogen war, ergab sich folgender Dialog zwischen der Tochter und ihren Eltern.»Hattet ihr keine Angst vor diesem riesigen, fliegenden Insekt?«, fragt er verwundert, während er noch völlig außer Atem Luft holt. »Ihr seid ja die Ruhe selbst gewesen!«

»Wieso hätten wir deiner Meinung nach Angst haben sollen?«, zuckt Klara vorsichtig fragend die Achseln. Jasons Aufregung kann sie immer noch nicht einordnen.

»Weil die Dinger stechen können und so ein Stich kann unter Umständen tödlich sein!«, verkündet Jason ernsthaft überzeugt von der Richtigkeit seiner Aussage.

Klara und Sarah schauen sich ungläubig an, schütteln wie auf Absprache den Kopf und lachen lauthals los.
»Wer hat dir dieses Ammenmärchen denn auf die Nase gebunden?«, versucht Sarah, immer noch lachend, verständlich zu formulieren.

»Ich weiß wirklich nicht, was es da zu gackern gibt!«, zischt Jason mit hörbarem Keuchen. Mit einem Ausdruck der Empörung schmettert er: »Meine Eltern haben mir dies natürlich erzählt!«

»Und das hast du all die Jahre über geglaubt? Das ist schier ein unglaublicher Gedanke, den du da jahrzehntelang gepflegt hast.

Ein Wunder, dass mir dies niemals aufgefallen ist! Aber wie auch? Uns ist noch niemals zuvor gemeinsam eine Libelle über den Weg gelaufen, oder genauer gesagt geflogen«, wundert sich Sarah mit einem wohlgefälligen Grinsen.

Sie ist bemüht, ernst zu wirken, jedoch kann sie den Ausdruck des höhnischen Gelächters nicht unterdrücken.
»Dad, das haben wir bereits in der Schule gelernt, dass Libellen nicht stechen können.

Und somit ist es auch nicht möglich, dass solch ein Stich für einen Menschen zu einer tödlichen Gefahr werden könnte!«, klärt Klara ihren Dad mit einem gönnerhaften Ton auf.

»Wirklich?«, schüttelt Jason mit grimmiger Miene den Kopf. Er holt einmal tief Luft und schnauft durch, bevor er sich erschöpft auf die Bank neben Sarah fallen lässt. »Seid ihr da absolut sicher? Ich glaube es nicht!«
»Ja, das sind wir!«, ertönt es überzeugt unisono.

»Es gibt keine einzige Libelle, die einen Stachel hat. Es gibt nur einige wenige Weibchen, die einen sogenannten Legebohrer haben.

Doch der ist so gestaltet, dass er eine menschliche Haut niemals durchstechen könnte«, rezitiert Klara stolz ihr noch frisches Schulwissen.

»Ich kann es immer noch nicht glauben!«, wiederholt sich Jason, von dem die Angst so langsam wie ein Schleier, der sich in Luft auflöst, abfällt. »Da bin ich ja bis zum fünfundvierzigsten Lebensjahr einem völlig falschen Glauben aufgesessen.

Ich könnte euch unzählige Szenen erzählen, in denen ich beim Anblick einer Libelle panikartig die Flucht ergriffen habe. Und warum? Weil ich glaubte, die stechen!

Und dabei stechen sie nicht einmal!« Er hält kurz an¬dächtig inne, als erinnere er sich an all die Szenen, während der er panikartig die Flucht vor diesen Tieren ergriffen hatte. »Womit auch?«, verfällt er achselzuckend ins Grübeln.

Wie wir eindrucksvoll sehen können, veränderte Jason durch die Änderung seines Glaubens seine Erfahrungswelt. Er verwandelte seine Angst in ein Gefühl, das ihn sichtlich angenehmer mit dieser Situation umgehen ließ.

Wenn ich mir bewusst bin, dass nur ich der Kapitän auf meinem Schiff bin, der durch die Beschaffenheit meiner Gedanken meine Gefühle erschafft, dann wird auch verständlich, aus welcher Motivation das Bestreben rührt, meinen Gedanken die volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Gedanken haben in jeder einzelnen Situation schöpferische Macht, entweder zu erschaffen oder zu zerstören. Jeder Verurteilung einem anderen gegenüber liegt immer eine SELBST-Verurteilung zugrunde und raubt uns Energie.

So macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, seine Mitmenschen für seine Erfahrungswelt, die auch die Gefühlsebene einschließt, verantwortlich zu machen.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=vKBeMpdBFbM

Wie erschaffe ich meine Wirklichkeit?

Wenn ich das oben genannte Beispiel aus meinem Buch ›Klaras lange Reise zu den Scilly-Inseln‹ nochmals aufgreifen darf. Klara klopft ihm besänftigend auf die Schulter: »Dad, ich kannte dich bisher nur mit der Einstellung: ›Ich glaube nur, was ich sehe!‹

Doch ich denke, ab heute sollte deine Einstellung besser lauten: ›Ich sehe nur, was ich glaube‹!«, verkündet Klara breit grinsend. »Du glaubtest, stechende Killerlibellen zu sehen und hast daher ungeheure Ängste entwickelt!«

Nicht aus der Esoterik-Ecke…

»Klara, welche Zusammenhänge sich dir bereits in jungen Jahren erschließen!«, wundert sich Jason, dessen Stimme eine gewisse Achtung verrät.

Insgeheim ist er mächtig stolz auf seine Klara. »Dieser Satz ist ein sehr gutes Beispiel für einen Glaubenssatz und seine Umkehrung!«, ergänzt Klara voller Überzeugung.

Um es auf den Punkt zu bringen: Eine Umkehrung eines Glaubenssatzes kann unsere Wirklichkeit verändern.

Was du glaubst, ist das, was du erleben wirst – und nicht umgekehrt.

Du wirst es erst sehen, wenn du es glaubst – und nicht umgekehrt.

Du musst dir dieses Zusammenhangs bewusst werden, um ihn in dir als wahr erfühlen zu können.
Diese Perspektive auf das Leben ist so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was die meisten Menschen für wahr halten.

Und der Schlüssel, um dieses Bewusstsein zu erlangen, ist meiner Meinung nach die Achtsamkeit.

Wer mehr über dieses Thema Achtsamkeit und den Aphorismus ›Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab‹ lesen mag: ›Klaras lange Reise zu den Scilly-Inseln‹.

Sichtweise! Reinhold Kusche war enttäuscht, nicht mit seinem leiblichen Vater aufwachsen zu können, stürzte in eine Identitätskrise. Seine innere Zerrissenheit erlebte er als unbarmherzig. Nun schreibt er spirituelle Bücher…

Artikelbild: olly/ Fotolia.com

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